Trauerfeier in Namibia

Herero-Führer fordert Entschädigung

Anlässlich der Rückkehr der Schädel von 20 während eines Aufstands gegen die deutschen Kolonialtruppen getöteten Herero und Nama hat ein Herero-Führer von Deutschland eine Entschädigung gefordert.

Windhuk (AFP/nd). »Die Rückkehr der Schädel ist ein starker Beweis, dass Namibia Grund für die Forderung nach einer Wiedergutmachung für den von Deutschland während der Kolonialherrschaft begangenen Völkermord hat«, sagte der Herero-Führer Alfons Maharero bei einer Trauerfeier anlässlich der Rückgabe der Schädel durch Deutschland nahe der namibischen Hauptstadt Windhuk.

»Unsere Vorfahren wurden mit völliger Verachtung behandelt und erhielten keinen Respekt, sie wurden behandelt wie Schimpansen im Labor«, erklärte Maharero. Namibias Präsident Hifikepunye Pohamba verurteilte vor den rund tausend Trauergästen die »furchtbaren Grausamkeiten«, welche die kaiserlichen Truppen während des Aufstands der Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 in der damaligen deutschen Kolonie verübten. Die Forderung nach einer Entschädigung erhob Pohamba jedoch nicht.

Die Schädel der getöteten Herero und Nama waren von deutschen Anthropologen zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht worden. Ziel war es, die rassistische These der Überlegenheit der weißen Rasse zu untermauern. Die Schädel waren vor drei Jahren wiederentdeckt und Ende September von der Berliner Universitätsklinik Charité bei einem Festakt an eine namibische Delegation übergeben worden.

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