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Bärlauch - grünes Allroundtalent

Knoblauchähnliche Waldpflanze schützt vor Arterienverkalkung

Ein würziges Waldkraut mit »Bärenkräften« für die Gesundheit ist in aller Munde.»Allium ursinum« , der Bärlauch, stammt aus der Familie der Liliengewächse, ist eng mit Knoblauch verwandt und nicht so geruchsbelastet wie dieser. Der Name der kleinen Pflanze geht auf die Kräfte des Bären zurück. Als dieser in Mitteleuropa noch heimisch war, stärkte er sich nach dem Winterschlaf mit ihrem frischen Grün. Die alten Germanen taten es ihm gleich und gaben dem Kraut seinen Namen. Bärlauch schmeckt nach Zwiebel, Schnittlauch und Knoblauch. Seine positiven Wirkungen verdankt er den Mineralstoffen, besonders dem Eisen, Vitaminen, schwefelhaltigen Pflanzenstoffen und ätherischen Ölen. Hauptwirkstoff ist das Allicin; die Schwefelverbindung gibt den typischen Geruch. Studien des Instituts für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster zufolge schützt Bärlauch vor Arterienverkalkung. Sie entsteht durch Ablagerungen von Stoffwechselprodukten, die die Gefäße verengen. Als Ursache gelten erhöhte Blutfettwerte und Cholesterin. »Zu gefährlichen Gefäßablagerungen kommt es erst, wenn das Cholesterin oxidiert« erklärt Prof. Dr. Horst Robenek, Leiter der Studien. »Das geschieht vor allem, wenn im Körper viele freie Radikale aus Stoffwechselreaktionen oder durch Umweltbelastungen vorhanden sind.« Er fand heraus, das Bärlauch das Cholesterin vor dem Oxidieren, also vor chemischer Veränderung, schützt. Gleichzeitig verhindert er, dass oxidiertes Cholesterin in die Fresszellen aufgenommen wird und Gefäße stärker verengt. Bärlauch fördert auch die Durchblutung, was Studien der Universität Homburg/Saar zeigen. Bessere Fließeigenschaften bewirken, dass Schmerzen verursachende Stoffwechselprodukte schneller abtransportiert werden, was etwa bei rheumatischen Erkrankungen eine Rolle spielt. Ebenfalls bewährt hat sich Bärlauch zur unterstützenden Behandlung bei chronischen, stoffwechselbedingten Hauterkrankungen. Besserer Blutfluss zieht auch andere positive Effekte mit sich: Er steigert die Konzentration und Hirnleistung. In der Volksmedizin wird Bärlauch schon lange gegen Magen- und Darmbeschwerden genutzt. Nach dem Verzehr wird die Verdauung normalisiert. Ein Grund ist die anregende Wirkung für die Bildung von Gallensäuren und Verdauungsenzymen. Bestimmte Eiweißstoffe wie Glutathion sollen auch die Magenschleimhaut schützen und machen ihn deshalb besonders magenfreundlich. Bärlauch lindert Blähungen und Krämpfe im Darmbereich. Seine Schwefelsubstanzen sind besonders förderlich für die Darmflora. Allicin wirkt stark antibakteriell auf krankmachende Keime und unterdrückt zugleich die Fäulnis und Gärung verursachenden Bakterien. So saniert Bärlauch natürlich von innen. Doch er kann noch mehr, bindet Schwermetalle wie Quecksilber und wird deshalb bei »Entgiftungskuren« mit eingesetzt. Diskutiert wird eine immunsteigernde und vor Krebs schützende Wirkung. Das kleine »Wunderkraut« mit dem intensiven »Duft« treibt im Frühjahr in Auen und schattigen Laubwäldern aus. Zwischen März und Juni kann man die jungen Blätter mit Stängeln ernten. Ab Ende Juni verkriecht sich der Frühjahrsblüher wieder in den Boden. Die lanzettförmigen Bärlauchblätter vor der Blüte sind dem giftigen Maiglöckchen und der ebenfalls giftigen Herstzeitlosen sehr ähnlich. Um Verwechslungen vorzubeugen, reibt man die Blätter zwischen den Fingern. Tritt der charakteristische Duft nach Knoblauch aus, handelt es sich um Bärlauch. Sammler sollten sich ihrer Sache sicher sein. Man kann den Bärlauch im Garten anbauen. Er liebt es feucht und schattig und verbreitet sich bei günstigen Bedingungen wie Unkraut. Man pflanzt die Zwiebel im Herbst, und zwar mit zehn Zentimetern Abstand und fünf Zentimeter tief. Essbar sind alle Teile der Bärlauch-Pflanze. Zum Trocknen eignet er sich nicht. Daniela Hähre Bärlauch-Rösti: 500 Gramm geraspelte Kartoffeln, eine geriebene Zwiebel, ein Ei, 100 Gramm Bärlauchstreifen, Salz und Pfeffer verrühren und bei mittlerer Hitze in der Pfanne backen.

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