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Europäische als gläserne Union? Wettlauf um TV-Kids

Erste eigene Kinder-Programmzeitschriften Gericht für Zugang der Journalisten zu EU-Ratsprotokollen

Eine sogenannte Kinderbewertung von Fernsehsendungen ist bei etlichen etablierten Progrämmzeitschriften in Deutschland schon seit einiger Zeit üblich. Dieser Nutzwerterhöhung der Magazine in Richtung eines Titels für die gesamte Familie setzt die J.H.B. Werbung & Communications GmbH seit wenigen Wochen eine eigenes Konzept entgegen. Mit 250 000 Exemplaren erscheint heute das zweite Heft der neuen Zeitschrift „TV Kinder“, die eine 63seitige Mischung aus Fernsehprogramm- und Kinderzeitschrift ist. Im bewußt unvollständigen Programmteil sind nach Tagen und Rubriken geordnet Sendungen für die Kids herausgefiltert. Fast gleich groß ist der „Unterhaltungsteü“ mit Rätseln, Gewinnspielen, Geschichten um Stars, Comics, Video- und PC-Seite bis hin zu Bastelanleitungen. Herausgeber Jürgen Heinrich Brumm legt großen Wert darauf, denn es sollen den Fünf- bis Elfjährigen auch Alternativen aufgezeigt werden, die sie „vom totalen Fernsehen wegbringen“.

Zugleich gliedert der bei Gruner+Jahr erscheinende

newcomer „TV TODAY“ seinen Kinderextrateil in einem Testlauf aus. In einer Auflage von 220 000 Exemplaren wird den Ausgaben 24 und 25 eine neu entwickelte Kinder-Pro-

grammzeitschrift beigelegt. Auf 24 Seiten in „Toddys Kinder TV“ wird Programm pur geboten - natürlich „kindgerecht aufbereitet“ Chefredakteur Andreas Schmidt denkt inzwischen schon laut über die bundesweite Einführung nach. Dann soll auch Werbung Eingang finden, denn „zielgruppengerechte Printtitel für Kinder in Deutschland sind Mangelware“. LARSKNEW

Wird der Sitz der Europäischen Union zum „gläsernen Haus“? Für Brüsseler EU-Politiker und Spitzenbeamte ist das eine Schreckensversion; Die Öffentlichkeit drängt darauf - und hat jetzt einen kleinen Sieg im „Guardian-case“ errungen.

Die britischen Zeitung „The Guardian“ hatte vor dem Europäischen Gerichtshof gegen den EU-Ministerrat geklagt, weil dieser vor der Presse die Protokolle der Sitzungen geheimhält. In erster Instanz bekamen die britischen Kollegen nun Recht. Nach Auffassung des Gerichts hat die Öffentlichkeit ein begründetes Interesse daran, zu erfahren, was und wie dort hinter verschlossenen Türen diskutiert wird. Ausnahmen von diesem Prinzip seien zulässig, doch müsse der Ministerrat jeden Einzelfall überzeugend begründen.

Die mehr als 1000 in Brüssel akkreditierten Journalisten sind jedoch skeptisch, ob das Gerichtsurteil den Gang durch die Instanzen besteht und ob es ihre oft undankbare Arbeit tatsächlich erleichtern wird. Tagtäglich sind sie den Absprachen und Intrigen auf der Spur, die zumeist nicht am

Konferenztisch, sondern in den Vorhallen, Korridoren oder Büros gesponnen werden. Von den Vorhallen bezieht schließlich auch die „Lobby“ ihren Namen, jene Armee von mehreren hundert hochdotierten „Einflußagenten“ der Wirtschaft, die Interessen ihrer Auftraggeber in EU-Beschlüssen und -Richtlinien durchzudrücken vorsuchon. ~-

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