Zwielichtige Holding
Finanzminister Wolfgang Schäfer hatte sich über den Verkauf an das deutsch-russische Konsortium optimistisch geäußert, weil ihm vor allem
der russische Investor zuverlässig erscheine. Fachleuten aus diesem Unternehmen, mit denen er gesprochen habe, traue er es durchaus zu, daß sie die schwierige Lage von Aluhett in den Griff bekämen.
Die russische Stupino GmbH soll vor allem die technische Verantwortung übernehmen, während die Berliner Firma CRE die kaufmännischen Abläufe zu bestreiten hat. Bei einer Recherche der Berliner Justiz stellte sich allerdings heraus, daß die CRE ein undurchsichtiges und womöglich doppelbödiges Imperium darstellt. Die unter dem Dach einer Holding zusammengefaßten Tochtergesellschaften hätten allesamt nur das Geschäft mit Immobilien im Auge. Zudem brachte der Einblick in das Geschäftsgebaren zutage, daß der Verhandlungsführer der CRE Holding, Valentin Fischer, bei der Zentralen Ermittlungsstelle für Vereinigungs- und Regierungskriminalität kein Unbekannter ist.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte schon lange, bevor sich Fischer im Auftrag der CRE für Aluminium zu interessieren begann. Es ist schon sehr verwunderlich, daß die belastenden Fakten erst jetzt
bekannt werden. Nach den Worten des Sprechers der Berliner Justiz, Rüdiger Ralf, wird davon ausgegangen, daß durch die Geschäfte dieses Mannes 6000 ostdeutsche Arbeitsplätze vernichtet und 15 Millionen Mark Schulden bei Banken angehäuft wurden. Es bestehe der zwingende Verdacht, daß Fischer in Konkurs gegangene Firmen ausgehöhlt und neu gegründete Unternehmen mit Konkursgeldern aufgefüllt habe. Tatbestände des betrügerischen Bankrotts und der Untreue lägen auf der Hand.
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