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Beatles vom Rhein an die Saale

Köln läßt Pilzkopf-Museum wegziehen Von Jochen Borst

Fast zehn Jahre war das erste europäische Beatles-Museum in Köln zu Hause jetzt ziehen die beiden Betreiber, Rainer Moers und Matthias Bühring, mit Sack und Pack vom Rhein an die Saale: »Die Entscheidung für Halle ist gefallen, Mitte nächsten Jahres soll das neue Museum am Alten Markt eröffnet werden«, verkündeten Moers und Bühring die Entscheidung. Die rund 60 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Kölner Studenten viertel hätten schon länger nicht mehr ausgereicht: »Von etwa 5000 Exponaten konnten wir nur noch 700 zeigen«, berichtete Moers. Darunter sind so einmalige Stücke wie der erste Vertrag der vier Liverpooler Pilzköpfe mit dem Hamburger Star-Club, goldene Schallplatten, unveröffentlichte Tonaufnahmen, Originalplakate, seltene Fotografien, Handschriften und Videocassetten.

Doch die Raumnot alleine war es wohl nicht, die beide Museumsbetreiber vertrieb: »Anfang dieses Jahres erhöhte unser Vermieter die Pacht ganz erheblich, da haben wir mit bestimmt zwei Dutzend Städten Kontakt aufgenommen und nach einem neuen Standort gesucht. Halle war von Anfang an einer der heißesten Anwärter«, sagte Moers. Dabei wären die Museumsbetreiber durchaus bereit gewesen, in Köln zu bleiben - allein mit der Stadtverwaltung kam kein fruchtbares Gespräch zustande.

Die Kölner Kulturbeamten scheinen überhaupt nicht mitbekommen zu haben, welches Kleinod der Stadt nun den Rücken kehrt,,Ganz anders die Hallenser; iSte<u\f>/ drückten .ihr Interesse schnell in unterschriftsreifer Form aus: »Halle hat als er- ? ster Interessent einen fix und fertigen Vertrag vorgelegt. Das Museumsgebäude wird uns kostenlos überlassen«, freut sich Moers. Der unbefristete Mietvertrag umfaßt die kostenlose Überlassung der Museumsräume, nur Heiz- und Nebenkosten müssen bezahlt werden. Die Großzügigkeit hat einen Grund: »Wir haben da ja noch ein bißchen Nachholbedarf«, erklärt Reinhard Hegel, Referent des städtischen Beigeordneten für Wirtschaftsförderung und hofft gleichzeitig, daß »in der Boomregion Halle-Leipzig durch das Museum Arbeitsplätze geschaffen werden«. Damit war auch das sachsen-anhaltische Zerbst aus dem Rennen. Dort war man bereit, jährlich 26 000 Mark Mietzuschuß für das Beatles-Museum zu bezahlen.

Moers, ehemaliger Musikredakteur des WDR und seit über 30 Jahren Sammler von Beatles-Devotionalien, will die neugewonnene Unabhängigkeit für weitere Aktivitäten nutzen. Schon in der Vergangenheit hat das Museum Wanderausstellungen bis nach Budapest organisiert. Künftig will Moers auch die Solokarrieren von John, Paul, Ringo und George dokumentieren.

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