Mein Ende gehört mir

Silvia Ottow über ein neues Bündnis für einen selbstbestimmten Tod

  • Lesedauer: 1 Min.

Schreckliche Selbstmorde haben die Gesellschaft in der jüngsten Vergangenheit aufgewühlt. Ein Dichter sprang in den Tod, ein anderer erschoss sich. Beide hatte Krankheiten, die unerträgliche Schmerzen machen und grauenvoll alles Menschliche, Persönliche tilgen. Wer möchte einem von solchem Schicksal betroffenen Patienten nicht zugestehen, seinen Leidensweg abzukürzen? Ja, mehr noch: Wer möchte ihm nicht eine weniger qualvolle Möglichkeit des Todes eröffnen? Andererseits nimmt sich ein junger Fußballer das Leben, weil ihn psychische Probleme quälten, die womöglich hätten gelöst werden können. Doch hätte sich dieser Mann von strengeren Gesetzen, wie sie konservative Regierungsmitglieder gerade planen, von seinem Vorhaben abbringen lassen? Sicher nicht.

Die Zahl der Suizide in Deutschland ist stark zurückgegangen. Es gibt also keinen Grund, Ärzten die Hilfe beim Suizid noch schwerer zu machen, als sie es ohnehin schon ist. Es wäre eher wünschenswert, die entsprechenden Regelungen bundesweit anzugleichen und zu liberalisieren, damit ein kranker Mensch nicht erst in ein anderes Bundesland oder gar Land reisen muss, wenn er seinen Qualen ein Ende machen möchte. »Mein Bauch gehört mir«, hieß einst eine Kampagne für die Abtreibung. »Mein Ende gehört mir« wird hoffentlich mehr Erfolg haben.

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