Islamkonferenz nimmt neue Gestalt an

Wohlfahrtspflege für Muslime im Gespräch

Berlin. Die Deutsche Islamkonferenz steht vor einem Neustart. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwartet eine rasche Einigung über das »neue Format« der Konferenz. Der Minister und Vertreter der Islamverbände kommen an diesem Montag zusammen, um den Fahrplan zu beschließen. Neue Themenschwerpunkte sollen die Wohlfahrtspflege und die Seelsorge sein, wie de Maizière in einem Interview mit der türkischsprachigen Zeitung »Zaman« ankündigte. Diese Themen seien für die islamische Gemeinde »essenziell und wegweisend«, erklärte der Versitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.

Bei der Wohlfahrtspflege gehe es darum, gemeinsam zu prüfen, ob es sinnvoll und auch zu bewerkstelligen ist, muslimische Wohlfahrtsverbände zu gründen, so de Maizière. Vorbild könnten die christlichen Caritas und Diakonie sein. Anders als die Kirchen haben muslimische Gemeinschaften bislang keinen Wohlfahrtsverband.

In den vergangenen Jahren hatten muslimische Verbände die Ausrichtung der Konferenz kritisiert - unter anderem weil ihrer Ansicht nach Sicherheitsthemen zu sehr in den Vordergrund rückten. Nach den Verstimmungen vor allem unter dem damaligen Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) soll die Runde nun auf eine neue Grundlage gestellt werden.

De Maizière erklärte, er erwarte in der kommenden Woche eine Einigung über die Neuausrichtung. »Wir wollen eine gemeinsame Entscheidung zur Ausrichtung der Deutschen Islam Konferenz treffen, ohne einseitig Vorgaben zu machen«, unterstrich er. Früher seien die Vorgaben im Wesentlichen vom Ministerium gemacht worden. Bei den Beratungen sollen künftig auch die Kirchen eingebunden werden, wie Mazyek deutlich machte. Der Vorschlag sei von de Maizière gekommen und bei den Verbänden begrüßt worden.

An den Beratungen wird auch der vor vier Jahren ausgeschlossene Islamrat wieder beteiligt sein. Anlass für den Ausschluss vor vier Jahren waren Ermittlungen gegen die Organisation Milli Görüs, die Mitglied im Islamrat ist.

Die Islamkonferenz wurde 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen. Ziel war es damals, den Dialog zwischen Staat und Muslimen voranzubringen. Agenturen/nd

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