Werbung

Der Tagebau kommt

Andreas Fritsche macht sich über die Braunkohle keine Illusionen

  • Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Im brandenburgischen Landtag gibt es keine Mehrheit gegen neue Tagebaue - auch nach der Wahl am 14. September 2014 nicht. Das ist die bittere Wahrheit für Klimaschützer und für jene Menschen, denen die Umsiedlung droht. Auf der einen Seite stehen SPD und CDU mit nur vereinzelten Braunkohlegegnern in ihren Reihen, auf der anderen Seite die LINKE mit einzelnen Befürwortern neuer Tagebaue. Die Grünen müssen zusehen, dass sie die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Ihre konsequente Ablehnung der Braunkohle ist gut und schön. Für die Ökopartei war dies eine Frage der Glaubwürdigkeit. Die Grünen werden dafür von den Wählern aber nicht belohnt. Nach derzeitigem Stand können sie nicht zulegen. Ihr Wunschtraum vom Mitregieren wird nicht in Erfüllung gehen. Vielleicht ist das auch besser so für die Grünen. Sie müssten sonst vor der SPD einknicken wie 2009 die LINKE.

Und die LINKE wird im Herbst wieder nichts herausschlagen, wo doch inzwischen der Kohlelobbyist Dietmar Woidke Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender ist. Die LINKE muss neue Tagebaue akzeptieren, weil sie sich in einer bis 2019 laufenden Wahlperiode nicht mehr damit herausreden kann, dass Entscheidungen über neue Tagebaue in dieser Zeit nicht fallen. Denn der Tagebau Welzow-Süd II soll das Kraftwerk Schwarze Pumpe bereits ab Mitte der 20er Jahre mit Kohle beliefern. Die LINKE könnte natürlich geradlinig sein und mit der Oppositionsbank vorlieb nehmen. Tagebaue verhindern würde sie damit jedoch auch nicht. Ehrlich wäre es, ins Wahlprogramm hineinzuschreiben: »Wir wollen den Ausstieg bis 2040, aber wir können es nicht!«

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal