Tag des Sieges - Tag der Sorge

Ostukrainische Separatisten beharren auf Referendum am Sonntag / Tote in Mariupol

Berlin. Als Tag des Sieges wurde der 9. Mai einst in der ganzen Sowjetunion begangen. In der Ukraine wurde der 9. Mai dieses Jahres zum Tag der Sorge und der Trauer um neue Opfer eines sich zuspitzenden Bürgerkriegs.

Russlands Präsident Wladimir Putin sprach bei der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau von einem »Tag des nationalen Triumphes, des Stolzes und des ewigen Gedenkens«. Anschließend flog Putin auf die Krim, um in Sewastopol eine Parade von Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und Hubschraubern abzunehmen. »Provokation!« - klagte der ukrainische Übergangspremier Arseni Jazenjuk. Als »unangemessen« befand NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Reise des russischen Staatschefs auf die Halbinsel, die weiterhin ukrainisch sei und die Putin ohne Einladung der Kiewer Regierung besuche. Diese setzte ihre »Anti-Terror-Operation« im Südosten fort. In deren Verlauf wurden laut Innenminister Arsen Awakow in der Hafenstadt Mariupol am Freitag »20 Terroristen vernichtet«. Auch aus der Großstadt Donezk wurden Schießereien gemeldet. Unter den Toten sollen Zivilisten sein. Ungeachtet dessen soll die Bevölkerung in den Gebieten Donezk und Lugansk nach dem Willen prorussischer Separatisten am Sonntag über die Selbstständigkeit der Region abstimmen - trotz Putins Appell, das Referendum zu verschieben.

In Kiew kündigte Jazenjuk derweil für den 14. Mai einen gesamtnationalen Runden Tisch an, der Wege zur Überwindung der Krise erörtern soll. Wer daran teilnehmen darf, erklärte Jazenjuk ebenso wenig, wie er den Einsatz von Armee und Nationalgarde in der Ostukraine stoppen wollte. Dazu verlautete aus Moskau, die Protestler in der Ostukraine würden »kaum mit einem Regime kooperieren, das sie als Terroristen abstempelt und gegen sie die Armee einsetzt«. prs/mit Agenturen

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