Griechischer Politologe: Putin hat kein Interesse an EU-Austritt Athens

Konstantinos Filis: Kritik am Tsipras-Besuch in Moskau ist Heuchelei des Westens

  • Lesedauer: 2 Min.
Den Besuch Alexis Tsipras' in Moskau als Affront gegen die EU aufzufassen sei absurd, ist sich der Politikwissenschaftler Konstantinos Filis sicher. Im nd-Interview spricht er über die Interessen Griechenlands an Russland und umgekehrt.

Berlin. Die Moskau-Reise des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras an diesem Mittwoch ist nach Ansicht des griechischen Politikwissenschaftlers Konstantinos Filis kein ganz normaler Antrittsbesuch. Die Visite sei von «hoher symbolischer Bedeutung und mit Erwartungen verbunden», sagte Filis im nd-Interview. Den Vorwurf eines Affronts Athens gegenüber der EU weist Filis zurück. «Hier handelt es sich um eine Heuchelei unserer europäischen Partner. Die erlauben sich selbst, ihre Beziehungen zu Russland, zu China und zu diversen anderen Ländern entsprechend ihrer eigenen nationalen Interessen zu gestalten. Griechenland aber soll darauf verzichten, mit dem Argument, dies stehe im Gegensatz zu den europäischen Interessen», erklärte der Forschungsdirektor am Institut für internationale Beziehungen der Panteion Universität Athen.

Die Befürchtungen, Griechenland könne sich zugunsten Russlands von der EU abwenden, hält Filis für unbegründet. «Russland ist keinesfalls eine Alternative oder ein Ersatz bei einem angenommen Bruch mit der EU.» Der russische Präsident Wladimir Putin sei vielmehr daran interessiert, dass Griechenland in der Eurozone und in der EU verbleibt. «Denn nur dann hätte es einen Verbündeten bei dem Versuch, seine Beziehungen zur EU wieder zu normalisieren. Ein prorussisches Griechenland außerhalb der EU und ohne Einfluss nutzt ihm gar nichts», so Filis.

Das vollständige Interview mit Konstantinos Filis lesen Sie in der Mittwochausgabe des «nd”.

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