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Brandanschlag auf mögliche Asylunterkunft in Peißen

Angriff auf leerstehendes Gebäude mit Molotowcocktails nahe Halle / Bei weiterem Brand in Schkeuditz geht Polizei von Brandstiftung aus / Gedenktafel in Eisenach geschändet

Update 17.20 Uhr: Gedenktafel in Eisenach mit Hakenkreuzschmierereien geschändet
Vor dem landesweiten Gedenken an die Opfer der Pogromnacht 1938 haben Unbekannte in Eisenach die Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge besprüht. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, enthielt die Schmiererei Symbole des Nationalsozialismus und antisemitischen Äußerungen. 1938 wurde auch die Synagoge in Eisenach in Brand gesteckt.

Brandanschlag auf mögliche Asylunterkunft in Peißen

Im sachsen-anhaltischen Peißen bei Halle hat es offenbar einen weiteren Anschlag auf eine geplante Asylunterkunft gegeben. Wie die »Mitteldeutsche Zeitung« berichtet, flogen in der Nacht zum Sonntag Brandsätze auf ein derzeit leerstehendes Gebäude, das als künftiges Obdach für Flüchtlinge im Gespräch ist. Der Anschlag mit Molotowcocktails ging glimpflich aus, der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

LINKE-Landesvorsitzende Birke Bull und LINKE-Fraktionvorsitzender im sachsen-anhaltinischen Landtag, Wulf Gallert, verurteilten die Tat in einer gemeinsamen Erklärung: »Die Absicht der Täter war es augenscheinlich, das Gebäude wie in Tröglitz durch einen Brand zu zerstören.« Solche Angriffe würden immer die Gefährdung von Menschen in Kauf nehmen. Sie zielten auch symbolisch sowohl auf die Flüchtlinge und Schutzsuchenden als auch auf die politischen Entscheidungsträger ab. Bull und Gallert konstatieren ein »Klima der Vorurteile und Bedrohung«: Warnungen vor einer »Immigranteninvasion« und sexueller Gewalt wie jetzt vom Lehrerverband der Philologen oder die Äußerungen des Bundesinnenministers zum eingeschränkten Schutzstatus für syrische Flüchtlinge würden dieses gefährliche Stimmung noch anheizen.

Bei einem Feuer in einer geplanten Asylunterkunft in Schkeuditz in Sachsen geht die Polizei von Brandstiftung aus. Wie die Polizeidirektion Leipzig heute mitteilte, war der Dachstuhl des leerstehenden Hauses am Freitag komplett ausgebrannt. Bereits vor zwei Jahren hatte es dort ein Feuer gegeben. nd

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