VW streicht Jobs in der Verwaltung

3000 Stellen werden abgebaut / Auch USA-Chef Horn muss gehen

Wolfsburg. Die finanziellen Folgen der Abgas-Affäre bedrohen bei Volkswagen Tausende Stellen in der Verwaltung. Bei den Mitarbeitern im Haustarif soll in den Büro-Abteilungen außerhalb der Produktion nach Informationen aus Konzernkreisen bis Ende 2017 jeder zehnte Job wegfallen. Wegen der noch laufenden Beschäftigungssicherung müsse allerdings niemand fürchten, arbeitslos zu werden, erfuhr die Deutsche Presseagentur am Donnerstag aus sicherer Quelle.

Der geplante Stellenabbau der Bürokräfte sei über Personalschwankungen, Altersteilzeit oder die Zuweisung neuer Aufgaben für die betroffenen Kollegen möglich. Es dürfte den Angaben aus Unternehmenskreisen zufolge dabei um gut 3000 Stellen gehen. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Das Management hatte im Skandal um manipulierte Abgaswerte von weltweit mehr als elf Millionen Dieselautos bereits Rückstellungen von 6,7 Milliarden Euro gebildet. Der Vorstand will mit einem strikten Sparkurs auf die Ausgaben reagieren, der auch bei Arbeitsplätzen den Rotstift ansetzt. Zwischen dem Betriebsrat und dem Vorstand der VW-Kernmarke gibt es aber große Differenzen über die Umsetzung.

Mit sofortiger Wirkung verließ auch der US-Chef von Volkswagen den Konzern, wie VW am Donnerstag mitteilte. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt, hieß es. Horn hinterlässt viele Baustellen: Noch immer gibt es keine technische Rückruflösung für die rund 580 000 manipulierten Dieselautos in den USA, die den Behörden ausreicht. Außerdem drohen wegen der Affäre Milliardenstrafen, und viele Klagen prasseln auf den Konzern ein. dpa/nd

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