Massenprotest statt Fanmeile

Senat berät umstrittene Reform des Arbeitsgesetzes in Frankreich / 
Gewerkschaften und linke Gruppen rufen zu Demonstrationen

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der Unmut gegen die Reform des Arbeitsrechts in Frankreich könnte schon jetzt kaum größer sein. An diesem Dienstag wollen wieder zehntausende Gewerkschafter, Schüler und Studenten sowie Anhänger der Bewegung »Nuit Debout« (Die Nacht über wach) gegen die Pläne der Regierung von Manuel Valls in Paris demonstrieren. Kurz zuvor wurde bekannt, dass mit der Lesung des Gesetzes im Senat, mit dem eine Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt erreicht werden soll, nicht etwa auf den Protest eingegangen wird. Vielmehr soll die Reform sogar noch verschärft werden. In der zweiten Parlamentskammer verfügt die konservative Opposition über die Mehrheit. Sie will Entlassungen noch weiter vereinfachen.

Mit der zu befürchtenden Gesetzesverschärfung wächst der Protest der Gegner - trotz der laufenden Fußballeuropameisterschaft im Land. »Wenn ich zwischen der EM und meiner Zukunft wählen muss, dann wähle ich meine Zukunft«, sagt dazu der Soziologe und Aktivist Hadrien Clouet im nd-Interview. Er habe kein Problem damit, die EM zu sabotieren. »Wenn die Regierung uns dazu drängt, bleibt uns keine andere Wahl. Sie setzt sich einfach über das Parlament hinweg und drückt ein Gesetz durch, obwohl es die Mehrheit der Franzosen ablehnt«, so der Doktorand am Pariser Institut für politische Studien Sciences Po.

Die Regierung verteidigte die Reform erneut. Ziel sei es, gegen wachsende soziale Unsicherheit mit zahlreichen befristeten Arbeitsverträgen vorzugehen, sagte Arbeitsministerin Myriam El Khomri am Montag vor den Senatoren. nd Seite 2

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal