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Halbe als ein Brückenpfeiler

René Heilig über zwei Dienstagstermine der Verteidigungsministerin

  • René Heilig
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Verteidigungsministerin schaut am Dienstag Panzergrenadieren beim Üben zu. Rund 400 Soldaten der im Nordosten stationierten Einheit sind bereits im Auslandseinsatz, vor allem in Afghanistan und Mali. Die anderen halten sich fit für das Ostaufgebot der NATO. Zuvor jedoch hat von der Leyen einen Termin in Halbe. Der dortige Waldfriedhof ist Deutschlands größte Kriegsgräberstätte. Dort werden noch immer Tote des letzten Krieges beigesetzt. 71 deutsche werden es am Dienstag sein. Eine Woche zuvor hat man die unlängst gefundenen Gebeine von 35 sowjetischen Soldaten auf dem Friedhof von Lebus begraben.

Was von den Menschen übrig blieb, passt in kleine graue Pappkisten. Beerdigt werden sie von Soldaten - deutschen und russischen. Seit 2007 suchen Uniformierte beider Länder nach ihren umgekommenen Vorgängern. Ein Vertrag regelt das und der wird - über alle neu entstandenen und neu konstruierten Konfrontationen hinaus - eingehalten. Er ist eine jener kaum wahrnehmbaren Brücken, die Russland und Deutschland gemeinsam vor dem Abbruch durch diverse Säbelrassler bewahren. In diesem Jahr spricht von der Leyen über die Lehren des Zweiten Weltkrieges, im vergangenen Jahr bekräftigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dass der Kriege der Vergangenheit zu gedenken für eine friedliche Zukunft niemals ausreicht.

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