Israel und Polen erinnern an den Holocaust

Im Nahost-Staat leben noch rund 200.000 Überlebende der Schoa

  • Lesedauer: 2 Min.

Jerusalem. Israel hat am Montag der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht. Um 10.00 Uhr stoppten landesweit Autos, die Insassen stiegen aus und standen zwei Minuten lang mit gesenkten Köpfen auf den Straßen.

Radio und Fernsehen senden zum Holocaust-Gedenktag ausschließlich Dokumentationen und Filme zum Völkermord an den Juden sowie ernste Musik. Der Gedenktag fällt auf den 27. Tag des Monats Nisan nach dem jüdischen Kalender - und damit auf wechselnde Daten nach dem gregorianischen Kalender.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntagabend an der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, als einstiges »Volk ohne Verteidigung« hätten die Juden nach der Gründung Israels »einen der Staaten mit der höchsten Verteidigungsfähigkeit« geschaffen. »Wir haben das mit dem Holocaust bis ins Knochenmark gelernt - und es ist uns immer gegenwärtig«, fügte Netanjahu hinzu.

Israel wurde 1948 gegründet. Heute leben in Israel noch mehr als 213.000 Menschen, die der Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten entkamen. Sechs der Überlebenden entzündeten bei der Gedenkfeier in Yad Vashem Kerzen zum Gedenken an die Holocaust-Opfer.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) besucht am Montag und Dienstag Israel. Auf dem Programm stehen ein Besuch von Yad Vashem sowie ein Gespräch mit Netanjahu, der Regierungschef und zugleich Außenminister ist.

Mit dem »Marsch der Lebenden« in Auschwitz wird am Montag an die sechs Millionen Opfer der Schoa erinnert. Mehr als 10.000 junge Juden aus Israel und aller Welt gehen von Auschwitz nach Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager.

Zum ersten Mal nimmt in diesem Jahr Elisha Wiesel an dem Marsch teil. Er wird eine Gedenkfackel entzünden für seinen Vater, den im vergangenen Jahr gestorbenen Holocaust-Überlebenden und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel (87). Agenturen/nd

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