Brennpunkt Kreuzberg
30 Jahre Revolutionärer 1. Mai in Berlin: Aktivist trifft Polizist
Berlin. Am Morgen nach dem 1. Mai 1987 zeigte sich, dass der Aufstand in Berlin-Kreuzberg mehr war als nur ein (böser) Traum: Verrußte Fahrzeugwracks lagen in den Straßen, Geschäfte waren geplündert worden, ein Supermarkt war komplett ausgebrannt. Die meisten, die damals auf dem Straßenfest feierten, waren vom Ausmaß der Gewalt vollkommen überrascht worden. Aktivist Michael Prütz erinnert sich im nd-Gespräch mit einem Polizisten, der damals im Einsatz war: »Kreuzberg war runtergekommen und arm.« Der Bezirk galt als Brennpunkt und die Bewohner fühlten sich von der Politik im Stich gelassen. Im Jubiläumsjahr der Aufstände will die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration ohne polizeiliche Anmeldung durch das Stadtviertel ziehen.
Für den DGB steht der diesjährige Tag der Arbeit ganz im Zeichen der anstehenden Landtagswahlen und der Bundestagswahl. Unter dem Motto »Wir sind viele. Wir sind eins« soll die Idee eines gemeinsamen Engagements von Arbeitenden, Erwerbslosen und Rentnern unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft betont werden. Dies ist auch eine Absage an die erstarkten Rechtspopulisten in Deutschland. »Wir halten die AfD für nicht wählbar«, betont DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach gegenüber »nd«.
Da die meisten Menschen am 1. Mai aber einen »Tag zum Schutz der Grill- und Trinkfreuden« begehen, stellt sich die Frage, ob wir nicht ein neues Datum für einen Arbeiterkampftag brauchen - ohne offizielle Weihen. jot Seiten 2, 3, 9 und 16
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