Schweigegeld für einen Mitwisser
Brasiliens Präsident Temer im Zentrum von Korruptionsaffäre
Rio. Neue Korruptionsvorwürfe setzen Brasiliens Präsident Michel Temer zunehmend unter Druck. Er soll die Zahlung von Schweigegeld an den inhaftierten ehemaligen Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha angewiesen haben. Das kompromittierende Gespräch soll in einer geheimen Audioaufnahme aufgezeichnet worden sein, wie die Zeitung »O Globo« berichtete.
Nach Bekanntwerden der Nachricht brach das Parlament eine Sitzung ab. Temer rief seinen Krisenstab zusammen. Parlamentarier der Opposition und Demonstranten in mehreren Städten forderten den sofortigen Rücktritt des Staatschefs und Neuwahlen. Temer wies alle Anschuldigungen zurück und schloss einen Rücktritt aus.
Die Enthüllung ist Teil einer Kronzeugenaussage von Managern des Fleischkonzerns JBS, gegen die im riesigen Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras ermittelt wird. Demnach wies Temer einen Parteifreund im März dieses Jahres an, Schmiergeld weiterzuleiten. epd/nd
Wir sind käuflich. Aber nur für unsere Leser*innen.
Die »nd.Genossenschaft« gehört ihren Leser:innen und Autor:innen. Sie sind es, die durch ihren Beitrag unseren Journalismus für alle zugänglich machen: Hinter uns steht kein Medienkonzern, kein großer Anzeigenkunde und auch kein Milliardär.
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ unabhängig und kritisch berichten
→ übersehene Themen aufgreifen
→ marginalisierten Stimmen Raum geben
→ Falschinformationen etwas entgegensetzen
→ linke Debatten voranbringen
Mit »Freiwillig zahlen« machen Sie mit. Sie tragen dazu bei, dass diese Zeitung eine Zukunft hat. Damit nd.bleibt.