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Ein Land der extremen Gegensätze

Indiens Entwicklung lässt viele außen vor

  • Von Susanne Wienke, SODI
  • Lesedauer: 2 Min.

Indien ist ein Land der extremen Gegensätze. 70 Dollar-Milliardäre leben in Indien. Auf der anderen Seite müssen über vierzig Prozent der indischen Bevölkerung mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Mehr als 200 Millionen Menschen leiden Hunger.

Wer wie viel auf dem Teller hat, und in welchen Behausungen jemand lebt, wird in Indien immer noch sehr stark von der Herkunft bestimmt. Je höher jemand in der Hierarchie des Kastensystems steht, desto einfacher ist es, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Etwa 8,6 Prozent der Bevölkerung sind indigene Gruppen, die außerhalb des Kastensystems und damit als unterstes Glied in der Gesellschaft stehen. Sie bezeichnen sich selbst gegenüber Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft als Adivasi. Die Bezeichnung Adivasi bedeutet »erste Menschen« oder »erste Siedler« – ein Begriff, den die indische Regierung offiziell verwirft, da er zum Ausdruck bringt, dass die Adivasi noch vor den Hindus auf dem indischen Subkontinent lebten.

Mit der industriellen Entwicklung in Indien, der Modernisierung der Landwirtschaft und zunehmender Urbanisierung sind die Adivasi zunehmend gezwungen, ihre traditionelle Lebensweise anzupassen. Zwar gibt es staatlich geförderte Projekte zur Armutsbekämpfung, aber die Adivasi bleiben wirtschaftlich abgehängt. Zusammen mit den sogenannten Unberührbaren gehören sie zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen Indiens. Ihr Einkommen als Tagelöhner beträgt meistens grade mal 1,30 Euro am Tag.

Das Projekt zur Stärkung der Adivasi-Teebauern und Teebäuerinnen wird in 100 Dörfern in den Nilgiri-Bergen im Bundesstaat Tamil Nadu durchgeführt. Die lokale Nichtregierungsorganisation CTRD arbeitet seit über 30 Jahren mit den unterschiedlichen Adivasi-Gruppen wie Kurumba, Kota oder Paniya zusammen, um ihre Wohnsituation oder die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Viele der Adivasi, die jetzt an dem Projekt zur Verbesserung des Teeanbaus beteiligt sind, hat der Gründer der Organisation, Ramaswamy Ranganathen, seit Langem begleitet. Das daraus entstandene Vertrauensverhältnis trägt wesentlich zum Erfolg von CTRD bei.

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