Investor aus China steigt bei Daimler ein

Geely wird zum größten Aktionär des Autobauers

  • Lesedauer: 2 Min.

Stuttgart. Der neue chinesische Großaktionär Geely hat dem Stuttgarter Autobauer Daimler ein langfristiges Engagement zugesagt. Er freue sich, »Daimler auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Anbieter von Elektromobilität zu begleiten«, erklärte Geely-Chef Li Shufu am Samstag in einer Mitteilung. Der chinesische Milliardär hatte zuvor knapp 9,7 Prozent der Daimler-Anteile erworben und war damit auf einen Schlag zum größten Einzelaktionär geworden. Eine weitere Aufstockung sei bis auf weiteres nicht geplant, hieß es.

Li wird diesen Montag zu Besuch beim Autobauer in Stuttgart sein. In der Daimler-Zentrale werde Li mit mehreren führenden Managern sprechen, darunter Finanzchef Bodo Uebber, berichtete die »Bild am Sonntag«. Am Dienstag seien Gespräche im Kanzleramt in Berlin geplant. Dort werde Li sich mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrick Röller, treffen. Die »Bild«-Zeitung hatte bereits Anfang Februar berichtet, es habe ein Gespräch zwischen Li und Daimler-Chef Dieter Zetsche über einen Einstieg gegeben. Laut der »Süddeutschen Zeitung« bat Li »dem Vernehmen nach um Sonderkonditionen«, Daimler habe abgelehnt.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat den Einstieg des chinesischen Milliardärs bei Daimler als sehr günstig für die Entwicklung des Autobauers begrüßt. Li sei ein »langfristiger, gut berechenbarer und wichtiger Anker-Investor«, erklärte Dudenhöffer am Samstag. Er sei ein »blendender Stratege und Investor«, der dabei sei, einen der wichtigsten Weltkonzerne für Mobilität aufzubauen.

Das Muster von Lis Strategie sei sehr gut an Volvo abzulesen: Unter Ford war der schwedische Autohersteller zum Sanierungsfall geworden. »Man wollte Ford-Fahrzeuge bauen, die den Namen Volvo trugen.« Unter Li Shufu würden nun Volvos gebaut und das große Know-how der Schweden »auf Geely transformiert«, erklärte Dudenhöffer. Deshalb habe Geely im vergangenen Jahr mit den neuen Volvo-Plattformen einen so großen Markterfolg erzielt und seine Verkäufe um 60 Prozent steigern können. Agenturen/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.