• Berlin
  • Protest von Greenpeace

Zweifelhafte Public Relation

Martin Kröger über die Aktion von Greenpeace in Tiergarten

  • Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

Zugegeben: Das mit einer Drohne (illegal?) gemachte Foto von der Greenpeace-Aktion am Großen Stern in Tiergarten sieht beeindruckend aus. Auch das Ansinnen von Greenpeace, nämlich auf den Kohleausstieg in diesem Land zu drängen und dazu symbolisch den Verkehrsknotenpunkt als strahlendes Sonnenzeichen für die Energiewende einzufärben, erscheint im Interesse des Umweltschutzes für künftige Generationen zunächst ehrenhaft.

Aber bei genauerer Betrachtung wirft die Aktion der Umweltschützer doch einige Fragen auf. Natürlich nicht im Sinne der Rechten, die von einer »irren Farbschmiererei« zeterten. Denn immerhin, da hatten die Ökoaktivisten nachgedacht: Es wurden für die PR-Aktion nämlich nicht 3500 Liter Lack ausgebracht, sondern selbstverständlich ein ökologisch unbedenkliches, selbst angerührtes Gemisch aus Zellulose und einem Mineral.

Aber welcher geschichtsvergessene Ökoaktivist kommt eigentlich auf die Idee, in Berlin, der ehemaligen Mordzentrale der Faschisten, einen »großen gelben Stern« zu schaffen?

Greenpeace muss sich auch die Kritik gefallen lassen, dass es dabei Verkehrsteilnehmer gefährdet hat. Vor allem Radfahrer, so war in den sozialen Netzen zu lesen, kamen auf der Ökopampe ins Schleudern. Da wurde mehr Sympathie verspielt als gewonnen.

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