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Überlebende entsetzt über AfD-Gruppe

  • Lesedauer: 2 Min.

Oranienburg. Das Internationale Sachsenhausen Komitee hat sich entsetzt gezeigt über die Störung einer Führung in der KZ-Gedenkstätte durch eine AfD-Besuchergruppe. Generalsekretär Dik de Boef erklärte am Samstag in Amsterdam, dass so etwas an diesem Ort möglich ist, »hätten die Überlebenden niemals für möglich gehalten«. Er sei erschüttert darüber, »dass an einem Ort wie Sachsenhausen, wo die Verbrechen der Nationalsozialisten offen zu Tage liegen, diese Tatsachen verharmlost und bestritten werden«. Die ehemaligen Häftlinge, Angehörige und Unterstützer aus 14 Nationen seien »schockiert und entsetzt«.

Der Vorfall, bei dem NS-Verbrechen verharmlost worden sein sollen, war am vergangenen Freitag bekanntgeworden. Es sei der zweite Zwischenfall im Zusammenhang mit AfD-Besuchergruppen in der Gedenkstätte in Oranienburg, sagte der Sprecher des brandenburgischen Kulturministeriums, Stephan Breiding, dem Evangelischen Pressedienst am Freitag in Potsdam. Die Gedenkstätte habe die Führung nach den Störungen abgebrochen, hieß es. Das Kulturministerium ist für die Gedenkstätten in Brandenburg zuständig.

Die Gruppe aus dem Wahlkreis der AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel am Bodensee habe an einem vom Bundespresseamt finanzierten Besuchsprogramm teilgenommen, hieß es. Aus der Gruppe heraus sei bei dem Gedenkstättenbesuch am 10. Juli eine Führung massiv gestört und unter anderem die Existenz von KZ-Gaskammern in Zweifel gezogen worden.

Im KZ Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder starben auf andere Weise. 1942 wurde dort eine Vernichtungsanlage mit Krematorium, Genickschussanlage und später eingebauter Gaskammer errichtet. epd/nd

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