Gerichtsverhandlung gegen die Vorsitzende von pro familia Hamburg vertagt

Kläger beantragen Klageerweiterung im Prozess / Streitwert liegt bei 35.000 Euro

Am Freitag sollte der Prozess gegen Kersten Artus, Vorsitzende von pro familia Hamburg, beginnen. Ihr wird vorgeworfen, den bürgerlichen Namen eines Hobbyklägers gegen Mediziner*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, öffentlich gemacht und damit seine Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben. In einer Pressemitteilung erklärt »pro familia Hamburg«, dass der Kläger eine Klageerweiterung vornehmen wolle. Diese soll eine Erhöhung des Streitwerts beinhalten, der nun bei 35.000 Euro festgelegt sei, berichtete das Hamburger Abendblatt.

Anlass sei ein Tweet von Artus gewesen. In diesem verweist sie auf einen Artikel des Hamburger Abendblatts »Das ist der Abtreibungsgegner, der so gern Ärzte anzeigt« vom Montag. Sie schreibt: »Das @abendblatt berichtet nun auch über den Prozess am Freitag. Ich würde mal sagen, nicht nur #streisandeffekt, sondern Boomerang.«

Der Kläger Yannic Henricks hatte Ärzt*innen angezeigt, die seiner Ansicht nach über Schwangerschaftsabbrüche informieren und damit gegen Paragraf 219a vermeintlich verstoßen haben. Sein Vorhaben, mit diesem »Hobby« anonym zu bleiben, ist bislang gescheitert. Nun klagt er sein Recht auf Anonymität ein. Eine, die seinen Namen nannte, ist Artus. Ein Verfahren gegen Buzzfeednews hat Hendricks bereits vor dem Düsseldorfer Landgericht verloren.

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