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Viel Aufregung um »amtsbekannten Türsteher«

Polizei ermittelt gegen drei Tatverdächtige / Anwesende bestätigen Aussagen der Security

  • Von Vanessa Fischer
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Polizeirazzia im Berliner Club »Mensch Meier« hat in den letzten Tagen für viel Aufregung gesorgt. Club und Veranstalter gaben an, dass sich eine Hundertschaft gewaltsam Zutritt verschafft habe. Die Polizei sprach hingegen von massiver Gegenwehr des Türpersonals durch Reizgas. Am Dienstag dann gab die Berliner Polizei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, der Verdächtige sei ein »amtsbekannter Türsteher«. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um den »Isa« genannten 42-jährigen Marek M.. Auf Nachfrage wollte die Polizei dies am Mittwoch jedoch nicht bestätigen.

Lesen Sie hier den Hintergrund zu dem Vorfall: Knarren im Club.

»Isa« soll auch Türsteher der Kneipe »Kadterschmiede« in dem bekannten linken Hausprojekt Rigaer Straße 94 gewesen sein. Zwar wohnt »Isa« nicht direkt in dem Hausprojekt, sondern zusammen mit seiner Familie in einer Erdgeschosswohnung des Vorderhauses. Dass mit dem Hausprojekt und seinen Bewohner*innen jedoch enger Kontakt besteht, wurde in der Vergangenheit jedoch deutlich.

Im September 2018 war »Isa« vom Amtsgericht Tiergarten wegen gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Polizist*innen und Bedrohungen zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Er soll im März 2018 einen Mann gewürgt haben, der seinen Hund angefasst hatte. M. sagte später, der Mann sei betrunken gewesen, habe den Hund mit einer Flasche geschlagen und seine Frau bedroht. Der Zeuge gab zu, an dem Tag schon mehrere Flaschen Bier getrunken zu haben, meinte aber, der Hund sei von Beginn an aggressiv gewesen. Er habe sich lediglich gegen dessen Angriff gewehrt.

Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig, da »Isas« Anwalt Berufung eingelegt hat. Ebenso wie »Isas« Unterstützer*innen-Gruppe sah er in den Vorwürfen eine Verleumdungskampagne mit dem Ziel, das Hausprojekt in der Rigaer Straße 94 und dessen Umfeld zu kriminalisieren. »Isas« Festnahme im März 2018 während eines morgendlichen Spaziergangs sowie der Prozess seien Teil einer Polizeistrategie, ist auf der Internetseite einer Soligruppe für »Isa« zu lesen. Der Staat versuche, »Isa zu entpolitisieren und ihn stattdessen als Gewalttäter darzustellen«, heißt es weiter auf der Solidaritätsplattform. Für die Soligruppe sei »Isa« aber »Teil eines politischen Kampfes«.

Mit dem Vorfall im »Mensch Meier« könnte also neuerdings strafrechtlich gegen »Isa« ermittelt werden. Gegen insgesamt drei Tatverdächtige sind Strafermittlungsverfahren eingereicht, wie die Polizei am Mittwoch gegenüber »nd« bestätigte. Darüber hinaus sei es möglich, dass der Zoll gegen weitere Personen im Inneren des Clubs ermittele. Von denen meldeten sich einige am Mittwochmorgen erstmals zu Wort.

Das »RSNZRFLXN«-Kollektiv, das die Soliparty am Samstag organisiert hatte, bestätigte in einer offiziellen Stellungnahme die Aussage der Türsteher, zunächst von einem Naziangriff ausgegangen zu sein. Die 20 Anwesenden, die zur Tatzeit im Inneren des Clubs die Party vorbereiteten, bestätigten, panische »Naziangriff«-Rufe von der Tür vernommen zu haben. »Wir alle haben Zoll- und/oder Polizeibeamte gesehen, die sich in Zivil und ohne sichtbare Kennzeichnung durch die Räume bewegten«, heißt es in dem Statement. Die Aussage der Türsteher sei für sie daher glaubhaft.

Die »Clubcommission«, ein Netzwerk der Berliner Clubszene, gab derweil bekannt, die Eskalation sehr zu bedauern und nun vermittelnd tätig werden zu wollen.

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