Ein irrer Prinz?

Karlen Vesper über Hohenzollern-Ansprüche und Geheimverhandlungen

»O König von Preußen,/ du großer Potentat,/ ich bin deines Dienstes/ so überflüssig satt./ Was fangen wir nur an/ in diesem Jammertal,/ allwo ist nichts zu finden/ als lauter Not und Qual«, hieß es 1815 in einem Volkslied. Ein Säkulum musste vergehen, bis sich das deutsche Volk der Hohenzollern (und anderer Dynastien) entledigte. Ein Jahrhundert darauf treten sie wieder mit einer Dreistigkeit auf, die an ihrem Verstand zweifeln lässt.

Ihre Entmachtung 1918 und hernach zweimalige Enteignung war rechtens. Bei der ersten, nach dem Volksbegehren 1926, erhielten sie (schlimm genug) Entschädigung für Güter, die sie nie selbst bestellt hatten; bei der zweiten, nach dem zweiten mörderischen Weltkrieg, den sie mittrugen, wurden sie in Ostdeutschland (recht so) entschädigungslos davongejagt, ihre Schlösser zu Kinderheimen, Kliniken, Kunsttempeln. Nun will ein frecher Prinz, Ururenkel von Wilhelm II., Schlösser und Kunstschätze zurück, darunter Cecilienhof, wo die Alliierten 1945 ihren Sieg über den preußischen Militarismus besiegelten. Die staatsoffizielle Beerdigung des »Alten Fritz« 1991 in Sanssouci war schon eine Affront gegenüber Demokraten. Die geheimen Verhandlungen zu Rückübertragungen sind eine Attacke auf die Demokratie. Es ist Einhalt zu gebieten allen gierigen, verdorbenen, verlogenen Geschlechtern! Es sei denn, man will die Republik beerdigen.

#ndbleibt – Aktiv werden und Aktionspaket bestellen
Egal ob Kneipen, Cafés, Festivals oder andere Versammlungsorte – wir wollen sichtbarer werden und alle erreichen, denen unabhängiger Journalismus mit Haltung wichtig ist. Wir haben ein Aktionspaket mit Stickern, Flyern, Plakaten und Buttons zusammengestellt, mit dem du losziehen kannst um selbst für deine Zeitung aktiv zu werden und sie zu unterstützen.
Zum Aktionspaket

Das beste Mittel gegen Fake-News und rechte Propaganda: Journalismus von links!

In einer Zeit, in der soziale Medien und Konzernmedien die Informationslandschaft dominieren, rechte Hassprediger und Fake-News versuchen Parallelrealitäten zu etablieren, wird unabhängiger und kritischer Journalismus immer wichtiger.

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

Vielen Dank!

Unterstützen über:
  • PayPal