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In der Gesundheitsstadt leuchtet es

Berliner Pflegekonferenz setzt auf Dialog

»Wenn nicht in Berlin, wo sonst?« So begrüßt Pflegesenatorin Dilek Kalayci (SPD) zum Auftakt der sechsten Berliner Pflegekonferenz am Donnerstagmorgen die weit über 200 Teilnehmenden. Die jährlich stattfindende Konferenz widmet sich in diesem Jahr dem Schwerpunktthema, wie Regionen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen den Fragen einer älter werdenden Gesellschaft begegnen können.

Berlin ist in diesem Jahr zwar amtierendes Partnerbundesland, in den ganztägig stattfindenden Foren und Gesprächsrunden sind jedoch vor allem Projekte und Organisationen aus anderen Bundesländern vertreten. Es gibt interessante Ausnahmen, zum Beispiel das Bildungswerk in Kreuzberg. Dort werden zukünftigen Pflegefachkräften notwendige Kompetenzen vermittelt, die sie in die Lage versetzen, pflegende und pflegebedürftige Menschen, die gesellschaftlichen Minderheiten angehören, vor Diskriminierungen und Stigmatisierungen zu schützen, wie die Pflegepädagogin Hamdokht Klein erklärt.

Den »unsichtbaren« Pflegebedürftigen ein Altern in Würde ermöglichen möchte das Netzwerk Anders Altern der Schwulenberatung, erläutert Eva Obernauer. »Vielfach geht Pflegepersonal von einer heterosexuellen Biografie und einer Zweigeschlechterordnung aus - Vereinsamung und gesundheitliche Risiken sind die Folge.« Bundesweit seien davon mindestens 1,8 Millionen Personen, die als Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans und Inter (LSBTI) leben, betroffen.

Pflegesenatorin Kalayci sieht in der Hauptstadt hochwertige Innovations-, Digitalisierungs- und Versorgungsformate auf den Weg gebracht. In den letzten drei Jahren sei es gelungen zu zeigen, wie konkrete Verbesserungen im Bereich erreicht werden können, so die Senatorin. Beispiele sind der Berliner Pakt für die Pflege, der Pflegedialog 2030, die ab Januar 2020 startende einheitliche Ausbildung für alle Pflegeberufe sowie die Initiative »Pflege 4.0 - Made in Berlin«.

Die »Leuchtturmprojekte« sind bislang nur in Teilen umgesetzt, auf der Konferenz werfen sie dennoch ein helles Licht auf Berlin als »Health Care City« (Gesundheitsstadt), wie es der Initiator der Pflegekonferenz, Yves Rawiel, formuliert. Er greift in seinen Begrüßungsworten ein Thema auf, das in seinen Augen viel zu wenig Beachtung findet: Kinder, die ihre Eltern, Geschwister oder andere Angehörige pflegen.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), erwartet, dass sich die professionelle Ausstattung der Konferenz zukünftig auch in besseren Arbeitsbedingungen und tariflicher Entlohnung von Pflegearbeiter*innen widerspiegelt. Darüber hinaus seien gesellschaftliche Anerkennung, Respekt und Entlastung für Angehörige zu konkretisieren, zum Beispiel mit mehr Kurzzeitpflegeplätzen. Entbürokratisierung und eine »wertschätzende Willkommenskultur« für Menschen mit Migrationsgeschichte befördern in seinen Augen einen solidarischen gesellschaftlichen Pflegediskurs.

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