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Keine E-Busse mehr auf der Linie 204

Stilles Ende eines Pilotprojekts bei den Berliner Verkehrsbetrieben

  • Von Nicolas Šustr
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit viel Brimborium wurde die Buslinie 204 zwischen Zoo und Südkreuz im August 2015 eröffnet, seit Anfang des Monats ist sie still und heimlich wieder zur Dieselbuslinie geworden. Zum 1. November wurde die letzte verbliebene Ladestation am Bahnhof Südkreuz stillgelegt. Bereits im Dezember 2018 wurde der Ladepunkt an der Hertzallee am Bahnhof Zoo abgebaut.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) begründen das auf nd-Anfrage mit den Kosten. »Da es sich bei den vier eingesetzten Bussen mit Induktionsladung buchstäblich um Einzelanfertigungen mit Komponenten verschiedener Partner gehandelt hat, ist die Ersatzteilversorgung nicht gegeben, beziehungsweise extrem aufwendig und teuer«, erklärt Unternehmenssprecher Markus Falkner. Bei mehr als 60.000 Euro sollen die anfallenden Instandhaltungskosten demnach liegen. Nun sucht die BVG Käufer für die Busse, die inzwischen wirtschaftlich vollständig abgeschrieben sein sollen.

Die Besonderheit dieser Busse war, dass sie wie zum Beispiel elektrische Zahnbürsten induktiv, also ohne direkten Kontakt, sondern über ein elektrische Feld geladen worden sind. Zunächst sorgte die Linie, die im Rahmen eines Forschungsprojekts elektrifiziert worden ist, durch ihre störanfällige Technik für Aufmerksamkeit. Das entsprechende Projekt ist bereits 2016 beendet worden, die Zuverlässigkeit verbesserte sich zunehmend.

Die BVG hätte die Busse auch an den Betriebshof Indira-Gandhi-Straße verlegen können, doch auch die dortige Induktions-Ladestation ist defekt. Die 25 000 Euro für die Reparatur wollte das Unternehmen nicht aufwenden.

Zumindest hin und wieder soll dennoch auch künftig ein E-Bus auf der Linie 204 zu sehen sein. Für ein weiteres Forschungsprojekt wurde ein Bus beschafft, der eine Ladesäule auf dem Schöneberger EUREF-Campus nutzen kann.

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