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Angriffe auf Reporter in USA »sind Ergebnis feindseliger Rhetorik«

Mindestens 68 Übergriffe auf Medienschaffende bei Protesten nach brutalen Tod von George Floyd gezählt

  • Lesedauer: 3 Min.

Berlin. Reporter ohne Grenzen (ROG) macht US-Präsident Donald Trump für die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den USA verantwortlich. »Es war vorauszusehen, dass die Art von Präsident Trump, die Medien zu dämonisieren und ein klares Feindbild aufzubauen, tatsächlich zu Gewalt führen würde«, erklärte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr am Montag in Berlin. Die beispiellose Brutalität, mit der sowohl die Polizei als auch Protestierende in den vergangenen Tagen auf Reporterinnen und Reporter losgegangen sind, sei das Ergebnis dieser feindseligen Rhetorik.

Die landesweiten Proteste wurden durch den Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am Montag in der US-Stadt Minneapolis ausgelöst. Innerhalb weniger Tage sei es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, darunter auch ein Fernsehteam der Deutschen Welle, kritisierte die Journalistenorganisation. Reporterinnen und Reporter seien mit Gummigeschossen, Pfefferspray und Tränengas angegriffen, beschimpft und geschlagen worden.

Vielerorts seien journalistische Ausrüstung oder Übertragungswagen zerstört worden. Die Gewalt sei dabei zumeist von der Polizei, aber auch von Protestierenden ausgegangen.

Bedroht, verprügelt, ins Gefängnis gesteckt

Zu den schwersten Angriffen gehörte laut ROG der auf die Fotografin Linda Tirado in Minneapolis, die durch ein Gummigeschoss der Polizei ihr linkes Auge verlor. Auch ein Team der Deutschen Welle (DW) um Korrespondent Stefan Simons wurde in Minneapolis von der Polizei beschossen. In Washington wurden Reporter des TV-Kanals Fox News geschlagen und von Demonstrierenden verfolgt.

In Pittsburg wurde Ian Smith, Reporter für den Sender KDKA-TV, von einer Gruppe Protestierender zusammengeschlagen, bevor ihm Umstehende zuhilfe kamen und er ins Krankenhaus gebracht wurde. In Washington wurden Leland Vittert, Reporter des TV-Kanals Fox News, und sein Kamerateam geschlagen und von Demonstrierenden verfolgt. In Louisville griff die Polizei Kaitlin Rust, Reporterin des lokalen TV-Senders Wave3-News, und ihr Team während einer Live-Übertragung an. In Phoenix versuchte ein Mann, der CBS-Reporterin Briana Whitney während eines Live-Berichts das Mikrofon aus der Hand zu reißen.

Nach der Festnahme eines CNN-Teams in Minneapolis wurden weitere Medienschaffende festgenommen und so an ihrer Arbeit gehindert. CNN-Reporter Omar Jimenez hatte am Freitag live berichtet und die Polizei mehrmals gefragt, ob er seinen Standort ändern solle, bevor er und sein Team abgeführt wurden. Ebenfalls in Minneapolis nahm die Polizei Tim Arvier, Korrespondent des australischen Fernsehsenders 9News, und sein Team kurzzeitig fest.

In Las Vegas wurde die freie Fotografin Bridget Bennet, die im Auftrag der Nachrichtenagentur AFP über die Proteste berichtete, festgenommen und musste die Nacht in der Polizeiwache verbringen. Ebenso erging es Ellen Schmidt, Fotografin für das Review-Journal aus Las Vegas. Agenturen/nd

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