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+++ Astrazeneca-Impfstoff wohl auch wirksam gegen Virus-Übertragung +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Mittwoch, 03. Februar 2021: +++ Niederlande verlängern Lockdown bis zum 2. März +++ Notfallzulassung für russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in Mexiko erteilt +++ RKI meldet Weitere 975 Todesfälle +++

  • Lesedauer: 4 Min.

+++ Astrazeneca-Impfstoff wohl auch wirksam gegen Virus-Übertragung +++

London. Der Impfstoff des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford soll ersten Erkenntnissen zufolge auch gegen die Übertragung des Coronavirus wirken. PCR-Tests bei einer zufälligen Stichprobe aus entsprechend Geimpften in Großbritannien hätten gezeigt, dass der Impfstoff die Übertragung um rund 67 Prozent verringere, sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zuvor war nur die Wirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

Die genannte Zahl bezieht sich auf jene, die eine erste Impfdosis hinter sich haben. Unter Getesteten, die auch die zweite Dosis schon hinter sich haben, konnte hingegen lediglich eine Verringerung der Wirksamkeit um knapp 50 Prozent festgestellt werden. »Selbst 50 Prozent sind eine signifikante Verringerung«, sagte Pangalos. Laut Andrew Pollard von der Universität Oxford könnte die Differenz an der unterschiedlichen Zusammensetzung der relativ kleinen Stichproben liegen. »Dazu müssen wir noch weitere Analysen anstellen«, räumte Pollard ein.

Astrazeneca belegte mit neuen Untersuchungen zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung außerdem, dass rund zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis bei dem eigenen Impfstoff wohl positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit haben. Zwischen dem 22. und dem 90. Tag nach der ersten Impfdosis soll die Schutzwirkung des Vakzins demnach nicht nachlassen. Die Wirksamkeit gegen eine Erkrankung an Covid-19 wird in dieser Zeit von Astrazeneca mit 76 Prozent angegeben. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte die Wirksamkeit des Vakzins mit rund 60 Prozent angegeben. Grund für diese Differenz ist, dass unterschiedlich viele Daten aus den klinischen Studienphasen in die Berechnung einfließen.

+++ Niederlande verlängern Lockdown bis zum 2. März +++

Den Haag. In den Niederlanden wird der Corona-Lockdown bis zum 2. März verlängert. Dies beschloss am Dienstag das Regierungskabinett, wie Ministerpräsident Mark Rutte mitteilte. Er begründete dies mit der Ausbreitung der zuerst in Großbritannien festgestellten Virus-Variante, die ansteckender ist als frühere Formen des Erregers.

Der Lockdown in den Niederlanden war bislang bis zum 9. Februar befristet. Die jetzt beschlossene Verlängerung ist allerdings mit Lockerungen in einzelnen Bereichen verknüpft. So dürfen nach Angaben Ruttes die Grundschulen am kommenden Montag wieder öffnen. Auch manche Geschäfte dürfen wieder aufmachen - aber nur, um Bestellungen entgegenzunehmen.

Hinsichtlich der bislang bis zum 10. Februar geltenden nächtlichen Ausgangssperre wartet die Regierung noch auf die Empfehlung eines Wissenschaftlergremiums. Gegen die seit dem 23. Januar geltende nächtliche Ausgangssperre hatte es zeitweise gewalttätige Proteste in mehreren Städten gegeben.

+++ Notfallzulassung für russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in Mexiko erteilt +++

Mexiko City. Mexiko hat eine Notfallzulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V erteilt. Die Gesundheitsbehörde Cofepris habe die Zulassung am Dienstag erteilt, sagte der mexikanische Gesundheitsminister Hugo López-Gatell auf einer Pressekonferenz. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hatte bereits vergangene Woche in einem Telefongespräch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin die Lieferung von 24 Millionen Dosen des Vakzins vereinbart. Mexiko ist eines der weltweit am stärksten von der Pandemie getroffenen Länder.

Die Notfallzulassung von Sputnik V erfolgte kurz nach der Veröffentlichung einer neuen Studie zur Wirksamkeit des Mittels. Laut der von der britischen Fachzeitschrift »The Lancet« veröffentlichten Untersuchung schützte das Vakzin in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Nach Angaben der Autoren wurde der Impfstoff von den Studienteilnehmern zudem gut vertragen.

+++ 9705 neue positive Corona-Tests in Deutschland - RKI meldet Weitere 975 Todesfälle +++

Berlin. In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 9700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 9705 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.237.790.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 975 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 58.956. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1,973 Millionen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging recht deutlich zurück und lag am Mittwoch bei 82,9. Am Vortag hatte sie noch 90,0 betragen. Am Donnerstag vergangener Woche war dieser Wert erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt seit Wochen, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. Der derzeitige harte Corona-Lockdown in ganz Deutschland gilt laut Beschluss von Bund und Ländern vorerst noch bis zum 14. Februar.

Agenturen/nd

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