Baerbocks Härtefälle

Wolfgang Hübner zum außenpolitischen Kurs der Grünen-Kandidatin

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

Noch schweben die Grünen auf Wolke sieben, nachdem Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin erklärt wurde. Die jedoch hält sich nicht lange in der Partyzone auf, sondern erklärt zügig, wohin der außenpolitische Hase laufen soll. Gegenüber Russland fordert sie in einem Interview mehr Druck, auch um die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 noch zu verhindern. Gegenüber China will sie immerhin »Dialog und Härte« praktizieren, denn Peking betreibe knallharte Machtpolitik.

Letzteres ist eine Binsenweisheit; ehrlich wäre es, wenn Politiker mal erwähnen würden, dass die härteste, brutalste Machtpolitik seit sehr langer Zeit der Westen betreibt. Im Übrigen würde man sich energische Töne wie zu Nord Stream 2 auch zu den Umweltplänen von US-Präsident Biden wünschen, der das extrem umweltschädliche Fracking weiter erlaubt. Wer so einseitig auf die Welt schaut, vergibt leichten Herzens eine Rolle, die Deutschland in dieser nervösen Welt angesichts seiner Geschichte und der geografischen Lage gut spielen könnte: zwischen Ost und West zu vermitteln.

Im Wahljahr wird gern über eine grün-rot-rote Option auf Bundesebene gesprochen, auch in der Linken. Was Annalena Baerbock außenpolitisch skizziert, deutet allerdings in eine ganz andere Richtung.

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