Komplett abgeschrieben

Lisa Ecke über fehlende Erreichbarkeit und Hilfe der Jobcenter

  • Lisa Ecke
  • Lesedauer: 2 Min.

Wer aktuell in finanzieller Not ist, ist noch mehr als sonst auf sich alleine gestellt. In den meisten Jobcentern ist es wegen der Pandemie nicht möglich, persönlich vorbeizukommen, um beispielsweise den Antrag auf Arbeitslosengeld abzuholen. Wer keinen Computer besitzt oder sich damit nicht auskennt, sprachliche Barrieren hat, der muss erst einmal mühsam telefonisch zum Jobcenter durchkommen. Dann werden die Formulare zwar zugesendet, aber bis zur Zahlung vergeht noch mehr Zeit als schon vor der Pandemie. Und das, obwohl es oft um existenzielle Notlagen geht.

Ein anderes Problem an den geschlossenen Jobcentern ist, dass Betroffene keine Möglichkeit haben, Eingangsstempel für ihre Unterlagen zu erhalten. Besonders wenn es - wie so oft - zu Auseinandersetzungen kommt, sind diese jedoch unerlässlich. Die erschwerten Bedingungen für Erwerbslose spielen dennoch keine Rolle. Es wurden weder Notfallsprechstunden angeboten noch haben Betroffene einen angemessenen Corona-Hilfszuschuss erhalten.

Lesen Sie auch: Dichtmachen ist schlechte Idee. Ein Kommentar über das Verzweifeln an den Schikanen des Jobcenters

Stattdessen müssen sie länger auf ihre Geld warten und Montag wurde noch bekannt, dass im letzten Jahr nur drei von 100 Erwerbslosen mit einer Weiterbildung gefördert wurden. In der Coronakrise zeigt sich mehr als sonst, wie abgeschrieben Erwerbslose werden.

Werde Mitglied der nd.Genossenschaft!
Seit dem 1. Januar 2022 wird das »nd« als unabhängige linke Zeitung herausgeben, welche der Belegschaft und den Leser*innen gehört. Sei dabei und unterstütze als Genossenschaftsmitglied Medienvielfalt und sichtbare linke Positionen. Jetzt die Beitrittserklärung ausfüllen.
Mehr Infos auf www.dasnd.de/genossenschaft

Linken, unabhängigen Journalismus stärken!

Mehr und mehr Menschen lesen digital und sehr gern kostenfrei. Wir stehen mit unserem freiwilligen Bezahlmodell dafür ein, dass uns auch diejenigen lesen können, deren Einkommen für ein Abonnement nicht ausreicht. Damit wir weiterhin Journalismus mit dem Anspruch machen können, marginalisierte Stimmen zu Wort kommen zu lassen, Themen zu recherchieren, die in den großen bürgerlichen Medien nicht vor- oder zu kurz kommen, und aktuelle Themen aus linker Perspektive zu beleuchten, brauchen wir eure Unterstützung.

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl.

Unterstützen über:
  • PayPal