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Orgelklänge, Weingenuss und Max Klinger

Herzliche Einladung zu einer Kultur- und Erlebnisreise nach Naumburg und ins Saale-Unstrut-Tal

Vom Turm der Wenzelskirche aus hat man einen wundervollen Blick über die Stadt und ins Saale-Unstrut-Tal.
Vom Turm der Wenzelskirche aus hat man einen wundervollen Blick über die Stadt und ins Saale-Unstrut-Tal.

HEIDI DIEHL

Der Leserbrief von Christa und Arnold Sabisch aus Altlandsberg erreichte uns noch am Tag der Veröffentlichung im letzten nd-Extra: »Danke für Ihren außerordentlich informativen Beitrag zum 275. Geburtstag der Hildebrandt-Orgel in Naumburg. Der Besuch eines der Orgelkonzerte wäre doch wohl eine nd-Leserreise wert? Wir wären dabei!«

Genauso schnell, wie die beiden den Vorschlag machten, setzten wir ihn um. Denn Naumburg ist immer eine Reise wert, nicht nur wegen der Hildebrandt᠆orgel, die zu den fünf berühmtesten der Welt gehört. Ich freue mich, Sie, liebe Familie Sabisch, und viele andere im September ins schöne Saaletal auf einer Kultur- und Genussreise begleiten zu dürfen.

Selbstverständlich werden wir uns die Hildebrandt-orgel in der Wenzelskirche anhören und sogar den historischen Spieltisch, auf dem Johann Sebastian Bach sie 1746 einspielte, aus allernächster Nähe ansehen.

Nicht ganz so alt ist die Naumburger Straßenbahn. 1892 in Betrieb genommen, galt sie bis zur Wende als die älteste Ringbahn Europas. Den Ring gibt es nicht mehr, erst in den nächsten Jahren soll er endlich wieder geschlossen werden. Aber mit nur knapp drei Kilometern Länge und ihren historischen Wagen ist die »Illebim«, wie sie die Naumburger seit jeher liebevoll nennen, nach wie vor ein Exot und gleichzeitig deutschlandweit die kleinste Straßenbahn im täglichen Linienverkehr. Wir werden sie bei einer Sonderfahrt genießen dürfen. Danach verschaffen wir uns einen Überblick über die mittelalterliche Stadt während einer einstündigen Führung.

Naumburg, ohne Uta gesehen zu haben, geht gar nicht. Ihr und den anderen berühmten Stifterfiguren im Naumburger Dom, der seit 2018 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, erweisen wir am Nachmittag unseres ersten Besuchstages die Reverenz. Danach kann sich jeder die Stadt auf eigene Faust erschließen, durch die engen Gassen schlendern, die prachtvollen Häuser in aller Ruhe betrachten oder auch auf den Turm der Wenzelskirche hinaufsteigen, von wo aus man einen fantastischen Blick über die Stadt und die sie begrenzenden Weinberge hat. Zugegeben, ein bisschen schweißtreibend ist es wohl, die 242 Stufen der Wendeltreppe zu erklimmen, aber der Blick ist wirklich jede Anstrengung wert.

Der Abend steht dann ganz im Zeichen des Saale-Unstrut-Weines, der in der Region seit über 1000 Jahren angebaut wird und in den vergangenen Jahren qualitative Höhenflüge gemacht hat. Einer, der alles darüber weiß, ist Rainer Huppenbauer, der ganz in der Nähe des Doms seine Saale-Unstrut-Vinothek betreibt. Er wird mit uns auf eine genussvolle Entdeckungsreise durch die Weinregion gehen. Dafür lädt er an einen ganz besonderen Ort ein - das Gut Zscheiplitz hoch über Freyburg. Bis ins 16. Jahrhundert geht die Geschichte des ehemaligen Rittergutes zurück. Lange schlief es einen Dornröschenschlaf, bis es vor einigen Jahren Bernhard Pawis, einer der besten Winzer der Region kaufte und zu einem wirklichen Schmuckstück ausbaute, ohne die historischen Wurzeln zu zerstören. Im ehemalige Brunnenhaus entstanden Ferienwohnungen und Räume für Feiern aller Art. Dort wird uns Rainer Huppenbauer Spitzenweine aus der Region vorstellen und bestimmt auch so manche Geschichte dazu erzählen.

Gut ausgeruht statten wir am nächsten Vormittag dem berühmten Grafiker, Maler und Bildhauer Max Klinger einen Besuch ab. 1903 erwarb der 1857 geborene Leipziger Künstler vor den Naumburger Stadttoren hoch über Großjena einen Weinberg mit dazugehörigem Weinbergshaus. Bis zu seinem Tode im Jahre 1920 entstanden hier zahlreiche Radierungen und eine große Anzahl an Zeichnungen, Aquarellen und Ölbildern. Ab 1909 ließ er das Weinbergshaus zu einem komfortablen Wohnhaus ausbauen. 1910 lernte der 53-Jährige hier die erst 17 Jahre alte Gertrud Bock kennen, die ihm zusammen mit ihrer Schwester Ella Modell stand. Ein Jahr vor seinem Tod heiratete er Gertrud. Am 4. Juli 1920 starb der Künstler auf seinem »Klingerberg«, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Heute befindet sich in seinem Wohnhaus eine interessante Dauerausstellung, auch der Weinberg wird nach wie vor bewirtschaftet. Klinger liebte den Blick vom Berg ins Saaletal, Sie, liebe Leserinnen und Leser, werden sicher genauso begeistert sein.

Bevor wir uns am Nachmittag wieder auf den Weg nach Berlin machen, kehren wir noch einmal in einer typischen Winzergaststätte ein und stoßen ein letztes Mal mit einem Glas Wein von den Hängen an Saale und Unstrut auf eine gelungene Reise an.

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