BUND: Der Elbe geht es weiterhin nicht gut

Studie belegt schlechten Zustand des wichtigsten Flusses Ostdeutschlands

Am Wasserstraßenkreuz Magdeburg führt der Mittellandkanal in einer Trogbrücke über die Elbe.
Am Wasserstraßenkreuz Magdeburg führt der Mittellandkanal in einer Trogbrücke über die Elbe.

Dessau-Roßlau. Den großen europäischen Flüssen geht es weiter nicht gut. Zu dieser Einschätzung komme eine internationale Untersuchung unter Mitwirkung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), teilte das Elbeprojekt des Umweltverbandes am Donnerstag in Dessau-Roßlau mit. Danach werden mit Ausnahme von zwei finnischen Fluss-Einzugsgebieten elf von 13 untersuchten Flüssen, darunter die Elbe und ihr Einzugsgebiet, auch noch 2027 in einem schlechten Zustand sein.

Die EU-Richtlinie zum Gewässerschutz setze für die Gesundung der kontinentalen Flüsse eine Frist bis 2027, sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Deutschland nehme diese Vorgabe jedoch nicht ernst. Dies zeigten die fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen zum Erreichen des Ziels sowie der mangelhafte Stand bei dessen Umsetzung.

»Die Entscheidungsträger verstehen nicht, dass mit Flüssen, Seen und Grundwasser unsere Lebensgrundlagen geschützt werden«, sagte Bandt. Stattdessen spiegelten ihre Planentwürfe den Widerstand gegen Veränderungen wider und würden wie beim Klimaschutz Maßnahmen in die Zukunft verschieben.

Wie in allen EU-Ländern müssten auch an der Elbe bis zum Jahresende endgültige Bewirtschaftungspläne veröffentlicht werden, hieß es. Dies sei die letzte Chance, den durch Schifffahrt und künstliche Einengung als Wasserstraße verursachten schlechten Zustand zu beheben. Nur so lasse sich der ökologisch bedenkliche Zustand der Elbe und ihres Einzugsgebietes verbessern. Geschehe dies nicht, bewege sich Deutschland geradewegs auf einen Bruch des EU-Rechts zu, betonte Bandt. epd/nd

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