Zwölf Vorschläge: So bleiben die vier Wände im Sommer kühl

Was tun gegen die Hitze in der Wohnung?

  • Lesedauer: 4 Min.
Zwölf Vorschläge: So bleiben die vier Wände im Sommer kühl

Um die Zimmertemperatur auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, reichen aber schon ein paar einfache Tricks. Nachfolgend zwölf Vorschläge.

1. Hitze nicht erst ins Haus lassen

Drei wesentliche Dinge sind in der Wohnung zu beachten: ein wirksamer Sonnenschutz, ausreichende Belüftung und der Verzicht auf überflüssige Wärmequellen. Uwe Bigalke, Energieexperte der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin, fasst zusammen: »Alles, was an Wärme gar nicht erst ins Haus hineinkommt, muss auch nicht teuer wieder hinausbefördert werden.«

2. Sonnenschutz außen anbringen

Der äußere Sonnenschutz ist die effektivste Methode. »Untersuchungen zeigen, dass außenliegende Beschattung die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduziert, ein innenliegender Schutz nur um bis zu 25 Prozent«, rechnet Bigalke vor. Passiert das Licht die Scheibe, wandeln sich Teile seiner Energie im Raum in Wärme um.

3. Markisen oder Schutzfolien

Außen angebrachter Sonnenschutz können Jalousien, Fensterläden oder Markisen sein, wobei Mieter in jedem Fall die Erlaubnis des Vermieters einholen muss. Wer keine Erlaubnis bekommt oder keine baulichen Veränderungen vornehmen will, kann auch spezielle Sonnenschutzfolien außen auf dem Fenster anbringen. Die Folien reflektieren das Sonnenlicht, wenn auch nicht so effektiv wie Außenjalousien oder Fensterläden. Weitere Nachteile: Die Schutzfolien lassen weniger Tageslicht herein, halten auch im Winter die Sonne ab und lassen sich oft schwer wieder entfernen.

4. Lichtundurchlässige Gardinen und Rollos

Innenliegender Sonnenschutz wie Vorhänge, Blenden oder Rollos sollten möglichst wenig lichtdurchlässig sein und gut abdunkeln. Helle und reflektierende Rollos reduzieren die Sonneneinstrahlung noch zu einem Drittel. Juliane Dorn von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig empfiehlt eine Kombination aus äußerem und innerem Sonnenschutz: »Wer draußen nichts anbringen darf oder möchte, kann sich zur Not auch ein paar leichte Stoffbahnen vors Fenster hängen.«

5. Getönte Sonnenschutzfenster

Getönte oder beschichtete Sonnenschutzfenster können sich für große Südfenster lohnen. Allerdings behindern sie die Sonneneinstrahlung auch im Winter. Eine Lösung sind selbstklebende Reflexionsfolien, die innen am Fenster angebracht werden können und die Sicht weniger beeinträchtigen.

6. Besonders lüften

Eine weitere Maßnahme ist die richtige Lüftung. »Entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis sollte man bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder am besten ganz früh morgens lüften«, rät Juliane Dorn. »Wer tagsüber lüftet oder die Fenster auch nur auf Kipp stellt, lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann dauerhaft in den Wänden gespeichert bleibt.« Am besten sei Querlüften mit weit geöffneten Fenstern und Türen.

7. Mit Ventilator Kühlung erzeugen

Ein Ventilator kann bei großer Hitze zwar keinen Raum abkühlen, aber für Erleichterung sorgen - durch den Luftzug. »Er verteilt natürlich nur die Luft, aber es gibt einen Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Kälte«, sagt Liane Reichhart vom Netzwerk Haushalt im hessischen Korbach.

8. Wärmequellen ausschalten

Außerdem sollten alle großen Wärmequellen im Haus - wie beispielsweise Computer, Deckenfluter oder auch Plasmafernseher - nur dann benutzt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. »Der Kampf gegen Außenwärme ist sinnlos, wenn man gleichzeitig im Raum unnötig Wärme erzeugt«, sagt der Energieexperte Bigalke.

9. Mobile Klimaanlagen einsetzen

Wer diese Maßnahmen beherzigt, sollte die Wärme im Haus schon deutlich reduzieren können - auf jeden Fall effizienter, als dies mobile Klimageräte schaffen. »Zu den Anschaffungskosten kommen noch beträchtliche Stromkosten«, sagt Bigalke und warnt: »Effizienzklasse A heißt noch lange nicht, dass die wenig Energie verbrauchen.«

10. Klimageräte nicht im Stand-by

»Bei Kompakt- und Blockgeräten muss der Schlauch mit der abführenden Luft durch offene Fenster oder Türen nach außen transportiert werden - ein Widerspruch in sich«, ergänzt Juliane Dorn. Wer trotzdem eines brauche, sollte zusätzlich auf effektiven Sonnenschutz setzen und die Geräte nicht unnötig im Stand-by-Modus belassen.

11. Haus dämmen, Bäume pflanzen

Viel weniger Last mit Sommerhitze - und umgekehrt auch mit Winterkälte - gibt es in Wohnungen mit guter Dämmung. Hilfreich sei auch natürlicher Schatten durch Laubbäume.

12. Was sonst noch bei Hitze hilft

Und wenn es trotzdem unerträglich heiß in der Wohnung ist? »Luftig anziehen, lauwarm duschen, dünne Bettdecken«, rät Liane Reichhart. Auch aufgestellte Wasserschüsseln, vorgekühlte Nachtkleidung oder feuchte Vorhänge könnten helfen. www.berlin.de /nd

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