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Nicht vexieren lassen!

Wie Probleme zu Aufgaben werden und umgekehrt

  • Von MIKE MLYNAR
  • Lesedauer: 2 Min.

MIKE MLYNAR

Vexierbilder sollen verwirren. Aber gleichzeitig spornen sie uns an, etwas zu entwirren. Sie kursieren seit Menschengedenken durch die Zeichenwelt. Ihrer lateinischen Wortherkunft nach sind sie Störenfriede (vexatio, dt. die Plage, vexator, der Plagegeist).

Von Mystik und Künsten wurden sie dem prallen Leben entlehnt, in dem wir so oft in Vexiersituationen schlittern. Nämlich in solche, bei denen sich uns deren scheinbar eindeutig festgelegter Sinn auf eigentümliche Weise entzieht. Wir haben uns verrannt, finden keine Lösung, bis es uns wie Schuppen von den Augen fällt. Für manche ist das quasi Alltag, nicht zuletzt für Wissenschaftler, Techniker, Erfinder. Auch solche, die sich wie wir hier mit Denkspielereien beschäftigen.

Häufig wird besagte Situation mit der Phrase umschrieben: »Ich hab da (oder: damit) ein Problem.« Um ein solches muss es sich indes nicht immer handeln. Zumindest die kognitive Psychologie unterscheidet nämlich zwischen Problem und Aufgabe. Demnach erfordert, grob gesagt, ein Problem produktive geistige Arbeit, während für die Lösung einer Aufgabe reproduktives Denken reicht. Doch die Übergänge sind in praxi fließend. Was für die eine »nur« eine Aufgabe ist, kann für den anderen ein »Riesenproblem« sein - und natürlich umgekehrt. Dies gilt wohl auch bei unserer hier folgenden Denkspielerei, also: Nicht vexieren lassen!

VI - IV = IX; XI + I = X ; XX + I = XIX; XXII / VIII = II; IV = III - I

Diese fünf Gleichungen gehen nicht auf; es sind Ungleichungen, 6 minus 4 ist nämlich nicht 9, 11 plus 1 definitiv nicht 10 usw. Stellen Sie sich vor, Zahlen und Zeichen dieser Ungleichungen wären nicht wie hier gedruckt, sondern aus Streichhölzern gelegt. Legt man in jeder der Ungleichungen nur ein Streichholz um, wird sie zu einer Gleichung. Wie sehen die Gleichungen dann aus? (Ermunterung: Sollte niemand fünf »Richtige« erreichen, kommen alle »Vierer« in die Verlosung.)

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