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Zu Eisler in die Elbphilharmonie

Viel Geschichte, Geschichten und Musik bei einer besonderen nd-Leserreise nach Hamburg

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 4 Min.
Zu Eisler in die Elbphilharmonie

Zweimal schon haben die Damen ihr schönstes Kleid herausgesucht und die Herren ihren besten Anzug aufgebügelt. Zweimal umsonst, denn dieses fiese Virus verschloss auch die Türen der Hamburger Elbphilharmonie und machte alle Hoffnungen auf einen wunderschönen Konzertabend dort zunichte. Wir aber lassen uns nicht entmutigen, wagen einen dritten Anlauf und laden Sie erneut ein zu einer Entdeckungsreise der besonderen Art: Drei Tage Hamburg mit Besuch eines außergewöhnlichen Konzerts in der Elbphilharmonie stehen auf dem Programm vom 26. bis 28. November.

Fangen wir doch gleich mal mit diesem Höhepunkt an. Auf den besten Plätzen sitzend, werden wir den bekannten Bariton Matthias Goerne mit dem international gefragten Ensemble Resonanz erleben. Der Künstler hat sich der Wiederentdeckung unterschätzter Komponisten verschrieben, zu denen erstaunlicherweise auch Hanns Eisler zählt. Dieser steht an diesem Abend ganz im Mittelpunkt des Konzerts, das in seiner Vielfalt zeigen soll, dass Eisler nicht so einfach in eine Schublade zu stecken ist: So vertonte er von 1930 bis zu seinem Tod 1962 Gedichte und Theaterstücke von Bertolt Brecht; im Exil in den USA schrieb er Filmmusik, zurück in Europa engagierte sich der Künstler in der DDR.

Die »Deutsche Sinfonie« ist eines der wichtigsten Werke aus Eislers Zeit im Exil. Bereits in den 30er Jahren begonnen, aber erst 1959 uraufgeführt, war sie für den Komponisten ein »Werk des Widerstands«, ein Zeichen, dass Deutschland nicht gleich Nazi-Deutschland war, dass es auch noch andere politische und kulturelle Stimmen gab, die für Deutschland sprachen - aus dem Untergrund, aus den Konzentrationslagern, aus dem Exil. Freuen Sie sich auf ein Wiederhören der Werke dieses großen Künstlers.

Zuvor geht es auf Entdeckungsreisen ganz anderer Art: Nach dem Einchecken in unserem ideal in der Innenstadt gelegenen Hotel werden wir uns auf einen Spaziergang durch die Speicherstadt begeben. Das 1883 erbaute Backsteinensemble gilt als weltgrößter zusammenhängender Lagerhauskomplex und wurde 2015 in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Die Lagerhäuser sind auf Eichenpfählen gebaut, und das Viertel ist durchzogen von den sogenannten Fleeten - Kanäle, die je nach Gezeitenstand geflutet sind und dann auch mit dem Schiff befahren werden können.

Bei unserem Bummel kommen wir auch an der Alten Kaffeebörse vorbei und besuchen den einzigen Hinterhof der Speicherstadt. Wir erfahren, warum der Teppichhandel die Speicherstadt einst gerettet hat, machen einen Abstecher zu einer aromatischen Genusstour und besuchen auf einem 128 Jahre alten originalen Speicherboden das Gewürzmuseum, das mit seinen weit über 900 Exponaten Geschichten aus den letzten fünf Jahrhunderten erzählt. Etwa 50 Rohgewürze laden zum Riechen, Schmecken und Anfassen ein. Vom Anbau bis zum Fertigprodukt kann man den gesamten Bearbeitungsprozess verfolgen. Zum Schluss genießen wir einen würzigen Tee, Glühwein oder Gewürzkaffee. Gemütlich lassen wir dann den Tag in einem der ältesten Brauhäuser der Hansestadt bei einem rustikalen Grünkohlessen ausklingen.

Gut ausgeschlafen starten wir am nächsten Tag nach dem Frühstück zu einer großen Stadtrundfahrt. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten haben wir auch Gelegenheit, den Alten Elbtunnel zu Fuß zu durchqueren und mit dem Bus über die Köhlbrandbrücke zu fahren, von der aus wir einen tollen Blick über den Hafen und die Stadt genießen können. Natürlich statten wir auch dem Hamburger Michel einen Besuch ab. In der Kirche, die zu den bekanntesten Hamburger Wahrzeichen zählt, lauschen wir mittags einem kleinen Orgelkonzert.

Am Nachmittag können Sie die Stadt ganz nach Ihren Vorstellungen erkunden oder einen ausgiebigen Einkaufsbummel starten. Vielleicht finden Sie ja ein paar Weihnachtsgeschenke oder Mitbringsel für die Lieben daheim.

Am späten Nachmittag ist es dann so weit: Das beste Kleid und der schicke Anzug werden in Szene gesetzt. Bald schon fahren wir gemeinsam in ein modernes Bistro mit Blick in den Hamburger Hafen, wo wir ein frühes Abendessen einnehmen werden und allerhand über die Elbphilharmonie erfahren, in die wir uns schon bald begeben werden. Bevor dann das Licht im Großen Saal ausgeht und das Konzert beginnt, steigen wir dem imposanten Gebäude noch aufs Dach und genießen von der Aussichtsplattform den weiten Blick über die Dächer Hamburgs. Vielleicht lassen Sie nach dem Konzert den Abend noch bei einem Glas Wein oder Bier an der Hotelbar ausklingen.

Am nächsten Morgen besuchen wir zum Abschluss unserer Reise noch das Auswandererhaus Ballinstadt Hamburg. An diesem Schicksalsort vieler Menschen begeben auch wir uns auf eine spannende Reise und erleben die Ein- und Auswanderungsgeschichte Hamburgs über vier Epochen hinweg. Wir begleiten Menschen mit all ihren Wünschen und Träumen, die sie auf ihren Weg in die neue Heimat mitnahmen, und lernen Albert Ballin kennen, den Gründer der damaligen Auswandererhallen. Vielleicht gehen Sie ja selbst auf die Spurensuche nach Ihren Vorfahren im Familienforschungszentrum der Ballinstadt.

Nach einem Mittagsimbiss im Auswandererhaus müssen wir Hamburg auch schon wieder Lebewohl sagen. Der Bus bringt uns zurück nach Berlin - drei erlebnisreiche Tage gehen zu Ende.

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