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Bündnis fordert raschen Pflegegipfel

Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften beklagen Arbeitsbedingungen in der Pflege

  • Lesedauer: 2 Min.
Anfang September verkleideten Mitglieder der Partei Die Linke das Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar, um auf den Pflegenotstand aufmerksam zu machen.
Anfang September verkleideten Mitglieder der Partei Die Linke das Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar, um auf den Pflegenotstand aufmerksam zu machen.

Augsburg. Ein Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaftlern fordert in einem Brandbrief an die Kanzlerkandidaten einen raschen Pflegegipfel. Sobald die neue Regierung gebildet sei, müssten vor allem drei Anliegen angegangen werden: Unterstützung der häuslichen Pflege, Neupositionierung der professionellen Pflege sowie eine faire Verteilung der finanziellen Belastung, zitiert die »Augsburger Allgemeine« aus dem Schreiben.

Die Initiatoren des Briefes, darunter die Diakonie, der DGB und die Krankenkasse DAK, seien in Sorge, »dass sich die künftige Regierung auf dem Wenigen ausruht, was in der laufenden Legislaturperiode umgesetzt wurde«.

Zwar sei die schwarz-rote Regierung nicht komplett untätig gewesen, sagte Diakonie-Vorständin Maria Loheide der Zeitung: »Eine kleine Reparatur hier und ein bisschen Kosmetik dort haben aber längst nicht ausgereicht, die Brisanz aus dem Thema Pflege zu nehmen.« Die Personalsituation sei immer noch heftig angespannt. »Der Druck auf die Beschäftigten ist enorm groß«.

Vielfältig auch im Alter
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Der Grund dafür sei nicht schlechte Bezahlung, sondern die ständige Unterbesetzung, so Loheide. Stress und körperliche Belastung seien riesengroß, hinzu komme fehlende Planbarkeit. So beginne ein Teufelskreis: Der Druck führe dazu, dass die Mitarbeitenden aus dem Beruf fliehen, was den Personalmangel weiter verschärfe. epd/nd

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