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Laschets Zeit läuft ab

Aert van Riel zur Situation in der Union nach den Wahlschlappen

  • Von Aert van Riel
  • Lesedauer: 2 Min.
Armin Laschet, Unions-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt nach der ersten Fraktionssitzung der Union ein Pressestatement.
Armin Laschet, Unions-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gibt nach der ersten Fraktionssitzung der Union ein Pressestatement.

In der Union zeichnet sich ein Aufstand gegen den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet ab. Insbesondere in den ostdeutschen Landesverbänden wird Unmut über den Mann geäußert, der die Konservativen im Wahlkampf angeführt hat. Verwunderlich ist das nicht. Denn die Union hat bei der Bundestagswahl eine historische Schlappe erlitten. Es gibt nur einen Grund, warum Laschet noch nicht gestürzt worden ist. Teile der Partei hoffen noch auf die minimale Chance, eine Koalition mit Grünen und FDP zu bilden.

Das würde aber nur gelingen, wenn sich die beiden kleineren Parteien in den kommenden Wochen in den Gesprächen mit der SPD zerstreiten. Dieses Szenario kann zwar nicht vollständig ausgeschlossen werden, aber es ist sehr unwahrscheinlich. Die Bundestagswahl hat nämlich gezeigt, dass die große Mehrheit der Bürger nicht will, dass Laschet Kanzler wird. Grüne und Freie Demokraten werden sich darüber sicherlich nicht hinwegsetzen.

Laschet bleibt wohl nur eine Gnadenfrist, bis er gehen muss. In der Partei gibt es eine Reihe von Politikern, die der Meinung sind, sie hätten einen erfolgreicheren Wahlkampf bestritten als der CDU-Chef. Dazu gehören der Außenpolitiker Norbert Röttgen, der selber gerne Parteivorsitzender geworden wäre, und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Außerdem darf die Rolle des Fraktionschefs nicht unterschätzt werden, wenn die Union für vier Jahre in die Opposition gehen sollte. Der CDU-Mann Ralph Brinkhaus hat diesen Posten zunächst für ein halbes Jahr verteidigen können. Auch wenn von einer Koalition aus SPD, Grünen und FDP keine umfassenden Schritte für einen sozial-ökologischen Umbau zu erwarten sind, wäre diese Konstellation doch ein Fortschritt gegenüber der Zeit, in der die Union die Regierung angeführt hat. Minister wie Andreas Scheuer, Julia Klöckner oder Annegret Kramp-Karrenbauer werden die meisten Menschen hierzulande jedenfalls nicht vermissen.

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