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Rund 48 Milliarden Gründe

Warum Tarifflucht und Lohndumping auch auf Kosten des Staates gehen

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.
Gewerkschaften kämpfen gegen Tarifflucht, weil dies weniger Lohn bedeutet.
Gewerkschaften kämpfen gegen Tarifflucht, weil dies weniger Lohn bedeutet.

Eigentlich liegt es im Eigeninteresse der Ampel-Koalition in spe, etwas gegen die Tarifflucht zu tun. Schließlich würde dies bedeuten, dass die Löhne steigen. Und da normale Angestellte im Gegensatz zu ihren Chefs meist keine Steuervermeidung betreiben, bedeutet dies, dass das Lohnplus in Form von mehr Steuereinnahmen auch dem Staat zugute kommt.

Wie viel der Staat wegen Tarifflucht und Lohndumping weniger zur Verfügung hat, ließ der DGB jetzt berechnen. Demnach fehlen den Sozialversicherungen jährlich rund 30 Milliarden Euro, hinzukommen 18 Milliarden Euro weniger an Einkommenssteuer. Das sind für die Ampel insgesamt rund 48 Milliarden Gründe etwas gegen die Tarifflucht zu unternehmen. Denn insbesondere die zusätzlichen Steuereinnahmen könnten SPD, Grüne und FDP gut für ihre Investitionspläne gut gebrauchen. Hinzu kommt, dass die Beschäftigten laut dem DGB mit mehr Tarifbindung rund 42 Milliarden Euro mehr in der Tasche haben würden, was sich via Mehrwertsteuer usw. irgendwann auch im Staatssäckel wiederfinden würde.

Das Problem ist nur, dass die Ampel eigentlich nichts auf der Einnahmenseite machen will und etwa auf eine Vermögenssteuer verzichtet. Da hat sich die FDP bereits durchgesetzt. Bei der Tarifflucht wird sie es auch wieder versuchen.

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