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Großes Engagement - kleines Taschengeld

Fragen & Antworten zum Bundesfreiwilligendienst

  • Lesedauer: 3 Min.
Großes Engagement - kleines Taschengeld

Warum wurde der Bundesfreiwilligendienst vor genau zehn Jahren in Deutschland überhaupt eingeführt?

Die Einführung im Jahr 2011 war eine Reaktion auf die damalige Aussetzung des Wehrdienstes und damit auch des Zividienstes. Der neue Freiwilligendienst sollte helfen, die Lücken durch den Wegfall vieler Zivildienstleistender zu schließen. Und die Erfahrungen zeigen, dass heute vom Freiwilligendienst die Freiwilligen und zugleich die Gesellschaft profitieren.

Wo kann der Freiwilligendienst geleistet werden?

Interessierten stehen nach Angaben des Bundesfamilienministeriums bundesweit rund 78 000 anerkannte Einsatzstellen zur Verfügung. Das Angebot ist dabei sehr breit und vielfältig: So können im sozialen Bereich Menschen zum Beispiel in Kindertagesstätten, in Pflegeheimen, in Krankenhäusern oder auch in der Obdachlosenhilfe arbeiten. Wer möchte, kann sich auch in einem Forstamt im Umweltschutz oder im Bildungsbereich bei der Hausaufgabenbetreuung von Schülern engagieren. Darüber hinaus werden auch Einsatzstellen zum Beispiel in Theatern und Museen, in Sportvereinen oder in der Flüchtlingshilfe angeboten.

Kann jeder in den Bundesfreiwilligendienst eintreten?

Grundsätzlich können sich alle, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, für den Bundesfreiwilligendienst melden. Das Angebot nutzen keinesfalls nur jüngere Menschen. Laut Bundesfamilienministerium waren in den vergangenen zehn Jahren etwa 25 bis 30 Prozent der Freiwilligen älter als 27 Jahre. Dabei gibt es unterschiedliche Motivationen für ein solches freiwilliges Engagement. Für benachteiligte Jugendliche erhöht der Freiwilligendienst beispielsweise die Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben und die älteren Freiwilligen können ihre Lebens- und Berufserfahrung einbringen, was natürlich von Vorteil ist.

Wie lange dauert der Freiwilligendienst?

In der Regel ein Jahr. Doch der Dienst kann grundsätzlich zwischen sechs und 18 Monaten dauern. Dabei arbeiten die »Bufdis« in der Regel ganztags. Wer älter als 27 Jahre ist, kann den Dienst auch in Teilzeit leisten.

Bedeutet das freiwillige Engagement, dass es nicht bezahlt wird?

Nein, aber es gibt lediglich ein Taschengeld von derzeit maximal 426 Euro im Monat. Wie viel konkret bezahlt wird, hängt von der Einsatzstelle ab. Es können darüber hinaus auch Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung kostenfrei gestellt werden. Bei den Sozialversicherungen wird der Freiwilligendienst wie eine Ausbildung behandelt. Die »Bufdis« bekommen zudem einen Freiwilligenausweis, der in manchen Fällen zu günstigeren Eintrittspreisen in Museen oder Schwimmbädern führen kann.

Ist nach zehnjähriger Erfahrung der Freiwilligendienst attraktiv genug?

Verbände und Organisationen sehen hier viel Verbesserungsbedarf. »Wir müssen die Freiwilligendienste noch attraktiver machen«, bestätigt die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt. Die finanzielle Belastung sei für viele junge Leute ein Hinderungsgrund, um sich für den Freiwilligendienst zu bewerben. Auch der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Werner Hesse, räumt ein, dass »das Taschengeld nicht üppig« sei. Möglichkeiten, den Freiwilligendienst attraktiver und anziehender zu machen, sieht er aber eher in anderen Bereichen, etwa durch die Berücksichtigung der Freiwilligendienstzeit bei Wartezeiten für das Studium oder auch durch Freifahrten im öffentlichen Nahverkehr.

Platz-/Einsatzstellensuche unter www.bundesfreiwilligendienst.de

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