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Zeitreise mit Gaffeegränzchen

Zum Frauentag nach Meißen - eine besondere Tour, die Sie garantiert nicht vergessen

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 4 Min.

Bestimmt waren Sie schon einmal in Meißen - vielleicht haben Sie die berühmte Meißener Porzellanmanufaktur besucht, vielleicht nur einen Bummel durch die wunderschöne Stadt unternommen. Möglicherweise haben Sie aber auch den Burgberg erklommen und sich die Albrechtsburg, die hoch über der Stadt thront, angesehen. Doch selbst, wenn Sie schon dort waren, ich verspreche Ihnen: Wenn Sie am 8. März mit auf die traditionelle Frauentagstour gehen, werden Sie Meißen von einer ganz neuen, bisher unbekannten Seite erleben. Wir begeben uns auf eine besondere Reise durch die Jahrhunderte - auf kurzweilige, amüsante und köstliche Weise. Sie sind herzlich eingeladen, mich dabei zu begleiten!

Auf der Albrechtsburg, dem ältesten Schloss Deutschlands, beginnen wir unsere Entdeckungsreise. Wenn Sie meinen, dass wird eine normale Führung durch die von König Heinrich I. 929 erbaute Burg, dann werden Sie eines Besseren belehrt. Dafür sorgt ein kleines elektronisches Wunderkästchen, das jeder mit der Eintrittskarte erhält - Histo-Pad heißt es. Das kinderleicht zu bedienende Teil nimmt die Besucher mit auf eine spektakuläre Zeitreise ins 15./16. sowie das 19. und 20. Jahrhundert. Mit diesem elektronischen Wegbegleiter durchschreiten wir neun Zeittore in verschiedenen Räumen der Burg und werden auf Knopfdruck von einem Jahrhundert ins nächste »gebeamt«. Wenngleich das, was man dabei sieht, natürlich eine Fiktion ist, möchte man fast glauben, mitten im Geschehen zu sein: Beim Festbankett zu Ehren Friedrichs des Weisen im Jahr 1493 ebenso wie im Modellierzimmer der Porzellanmanufaktur Meißen, die 1710 auf Beschluss von August dem Starken auf der Albrechtsburg gegründet wurde, wo sie bis 1863 ihren Sitz hatte. Sie können herausgeputzte feine Damen beim Dinieren beobachten oder den Porzellanmachern über die Schulter schauen. Sie sind dabei, wenn große - heute berühmte - Gemälde entstehen und entdecken so manches Geheimnis in den Gemächern der einstigen Burgbewohner. Ganz nebenbei können Sie noch Schätze finden und in einem virtuellen Koffer verstauen. Sie steigen in die Katakomben der Trutzburg und sehen, wofür die Burg im Zweiten Weltkrieg genutzt wurde. Haben Sie gewusst, dass Anfang der 1940er Jahre hier die historischen Gipsformen der Porzellanmanufaktur eingelagert wurden und dass 63 Kisten mit 427 Gemälden, darunter Raffaels Sixtinische Madonna und Tizians Zinsgroschen dort jahrelang sicher versteckt lagen, ehe sie im Dezember 1943 in einen stillgelegten Eisenbahntunnel bei Pirna gebracht wurden? Oder dass die dicken Mauern der Burg Kunstschätze von unermesslichem Wert aus dem Aachener Dom, wie die Karlsbüste, den Lotharkranz, den Marienschrein und die Reichskrone möglicherweise vor der Zerstörung oder Raub bewahrt haben.

Die Albrechtsburg in Meißen ist das erste Schloss deutschlandweit, das den hochmodernen Tablet-Guide anbietet. Seit Kurzem kann man auch das nicht weit entfernte Schloss Moritzburg damit erkunden. Entwickelt wurde das Histo-Pad Albrechtsburg in Zusammenarbeit von Schlösserland Sachsen und dem französischen Start-up Histovery.

Nach diesem beeindruckenden Zeitenbummel werden wir uns erst einmal stärken, bevor wir uns auf die andere Elbseite in die Winzergenossenschaft Meißen begeben, wo wir gleich wieder aus der Zeit fallen: Die Biedermeierin, eine mitteilungsbedürftige Dame, lädt Sie zum »Gaffeegränzschen« ein und erzählt bei nem Scheelchen Heeßen und nem Stückchen Eierschegge so allerhand Kurzweiliges und Amüsantes. Stilvoll plaudert sie über »Muggefugg« und »Bliemchenkaffee«, über Kuchen, der »geditscht« werden muss und über die Krankenschwestern, in deren Meißner Kaffeetassen anstatt des Türkentranks ein Ruländer schwepperte.

Apropos schweppern: Ob ein Ruländer unter den Weinen sein wird, die Sie nach oder vor dem Kaffee mit der Biedermeierin verkosten werden, weiß ich nicht. Sicher bin ich mir aber, dass Sie die edlen Rebensäfte, die in der Winzergenossenschaft hergestellt werden, nicht in Meißner Kaffeetassen serviert bekommen, sondern in einem stilvollen Weinglas.

Genau so sicher bin ich mir, dass der Nachmittag sehr »gemiedlich« sein wird und dass die Biedermeierin Sie garantiert nicht gehen lässt, ohne Ihnen zum Abschied noch ein Likörchen mit auf den Weg zu geben.

Doch bevor wir uns wieder auf den Heimweg in Richtung Berlin und damit ins 21. Jahrhundert begeben, verabschieden wir uns mit einem Traumblick von Meißen: Von der Terrasse der Winzergenossenschaft aus hinüber zur Albrechtsburg.

Habe ich Ihnen Lust auf diese besondere Tour gemacht? Dann sollten Sie nicht lange zögern und bei nd-Leserreisenchef Frank Diekert anrufen und sich einen Platz sichern. Denn aus Erfahrung wissen wir, dass die Frauentagsreisen immer sehr schnell ausgebucht sind.

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