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Struktureller Rassismus ist real

Ulrike Wagener über den ersten Afrozensus in Deutschland

  • Von Ulrike Wagener
  • Lesedauer: 2 Min.
In der Vergangenheit wurde gegen strukturellen Rassismus und Gewalt in Deutschland demonstriert. Jetzt gab es dazu auch eine Studie.
In der Vergangenheit wurde gegen strukturellen Rassismus und Gewalt in Deutschland demonstriert. Jetzt gab es dazu auch eine Studie.

Alles nur ein Einzelfall – diese Reaktion hört man in Deutschland oft, wenn es um Rassismus geht. Betroffene werden nicht ernst genommen oder ihnen wird selbst die Schuld zugeschoben. Struktureller Rassismus in Deutschland? Daran »glauben« viele schlichtweg nicht. Doch struktureller Rassismus ist keine Glaubensfrage. Mit dem Afrozensus zeigt nun auch die erste große Studie in Deutschland: Die Mehrheit Schwarzer Menschen in diesem Land erfährt Rassismus, unabhängig davon, ob sie seit Generationen hier leben oder erst vor Kurzem eingewandert sind.

Exotisiert, sexualisiert, kriminalisiert. Im Afrozensus wurden erstmalig die Rassismuserfahrungen Schwarzer Menschen in Deutschland erhoben

Geschwister, die auf das Haus ihrer Oma aufpassen und von der Polizei fixiert werden, weil sie von Nachbar*innen als Einbrecher »identifiziert« wurden? Das passiert nicht nur in den USA. Es ist wichtig, dass es mit dem Afrozensus einen größeren Datensatz gibt, der zeigt, dass Rassismus die verschiedensten Lebensbereiche betrifft, wie Bildung, Gesundheit, Wohnen und Behörden. Nun muss etwas passieren. Es müssen weitere Daten gesammelt werden, z.B. über Rassismus in der Polizei. Und es muss Geld zur Verfügung gestellt werden für staatliche Aktionspläne und Beratungsstellen. Nicht zuletzt braucht es aber die Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten, denn vielen ist ihr rassistisches Handeln wohl gar nicht bewusst.

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