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Merkel-Vertrauter wird Siko-Chef

UN-Diplomat Christoph Heusgen zum Leiter der Tagung gewählt

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 2 Min.
Christoph Heusgen
Christoph Heusgen

Die Münchner Sicherheitskonferenz – kurz Siko – ist eine der bedeutsamsten internationalen Tagungen, auf der Militärangehörige und Politiker über die Kriege von Morgen diskutieren. Die Konferenz wird nicht ohne Grund jedes Jahr von Protesten durch Friedensinitiativen und Rüstungsgegner begleitet. Von daher ist es auch für Antimilitaristen von Interesse, wer die Siko leitet: Am Montag hat der Stiftungsrat Christoph Heusgen einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Der Diplomat mit CDU-Parteibuch, geboren 1955 in Düsseldorf und Vater zweier Kinder, ist in der Politik kein Unbekannter. Zwölf Jahre lang war er sicherheits- und außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und galt damit als ihr enger Vertrauter. Seit 2017 arbeitete er dann als ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York.

Inhaltlich erklärte er jüngst zum aktuellen russischen Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze, dass es »sehr, sehr wichtig« sei, dass Biden Putin klarmache, »dass er mit Konsequenzen zu rechnen hat, wenn er (...) noch einmal in die Ukraine einmarschiert.« Zudem müssten die USA und Europa in der Frage gemeinsam agieren. Grundsätzlich sei es aber zu begrüßen, dass die beiden Staatschefs das Gespräch suchen, fügte Heusgen hinzu. »Sprachlosigkeit ist nie gut, das führt zu Missverständnissen und Konflikten.«

Zumindest Irritationen gab es 2017. Der »Spiegel« hatte damals recherchiert, dass Heusgen offenbar seiner Ehefrau zu einer Stelle bei der UN verholfen hatte. So bat der Diplomat in einer Mail die Kabinettschefin des Generalsekretärs, »dabei zu helfen, dass meine Frau Ina eine Stelle im Büro des Generalsekretärs bekommt«. Man solle doch bedenken, dass Deutschland einen großen Beitrag zur UN leiste. Das Auswärtige Amt wies die Vorwürfe zurück, Ina Heusgen sei hoch qualifiziert.

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