Weniger Arbeitslose als im Lockdown-Winter

Größte Herausforderung für Lausitzer Strukturwandel sind fehlende Fachkräfte, nicht Arbeitsplätze

  • Von Lola Zeller
  • Lesedauer: 2 Min.

Die von den Arbeitsagenturen veröffentlichten Zahlen stimmen zuversichtlich: Die Berliner Arbeitslosenquote ist zwar immer noch nicht auf dem Niveau von vor der Corona-Pandemie angekommen, ist aber niedriger als noch im Dezember 2020. Brandenburg legt einen noch stärkeren Aufwärtstrend hin, hier waren im Dezember so wenige Menschen arbeitslos gemeldet wie noch nie, meldet die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. Man erwarte die Fortführung des positiven Trends im Jahr 2022, sofern es »durch das aktuelle Pandemiegeschehen zu keiner tiefergehenden Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung« komme, sagt Regionaldirektorin Ramona Schröder.

Auch im Arbeitsagenturbezirk Cottbus, welcher die Stadt und die umliegenden Landkreise umfasst, freut man sich über die Entwicklungen des Arbeitsmarktes. Die Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent des Bezirks im Südosten Brandenburgs liegt im Mittelfeld des Bundeslandes und hat im Vergleich zur Vorjahresquote von 6,2 Prozent deutlich abgenommen. »Sowohl die Arbeitslosigkeit als auch die Unterbeschäftigung gehen im Vergleich zum Vorjahr zurück«, sagt Marion Richter, Geschäftsführerin des operativen Bereichs der Arbeitsagentur Cottbus.

Auch die Anzahl an gemeldeten Arbeitsstellen habe zugenommen, so Richter. Der aktuelle Bestand an 6609 Stellen sei um 1219 Stellen größer als im Dezember 2020. Die Beschäftigung im Agenturbezirk Cottbus ist von Mitte 2020 bis Mitte 2021 um 4356 angestiegen auf 220 633 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Dass die Beschäftigungszahlen weniger stark wachsen als die Arbeitslosigkeit zurückgeht, liege an der Überalterung der Region, erklärt Richter.

Dies sei durchaus ein Problem für den Strukturwandel der Region durch den anstehenden Kohleausstieg. Denn herausfordernd sei vor allem, die Fachkräfte für die neu entstehenden Arbeitsplätze zu finden. Die Deutsche Bahn habe beispielsweise für das geplante ICE-Werk in Cottbus einen Bedarf an 1200 Arbeitsplätzen angemeldet. So mache es der Arbeitsagentur auch keine Sorgen, dass der Windradhersteller Vestas seinen Produktionsstandort in Lauchhammer schließt. »Die Arbeitnehmer von Vestas werden von anderen Unternehmen in der Region mit offenen Armen empfangen«, sagt die Geschäftsführerin des operativen Bereichs der Cottbuser Arbeitsagentur.

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