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Teilen macht satt - der Endspurt

Die jährliche Solidaritätsaktion von nd-Leserinnen und -Lesern steuert wieder auf ein sehr gutes Ergebnis zu

  • Von Olaf Koppe
  • Lesedauer: 5 Min.
Solidarität: Teilen macht satt - der Endspurt

Am vergangenen Samstag zog mein Kollege, unser nd-Auslandsredakteur Martin Ling, schon ein erstes Fazit der diesjährigen Solidaritätsaktion von »nd«, Weltfriedensdienst, Inkota und Solidaritätsdienst International. Wie schon in den Jahren zuvor hat das Aktionsmotto »Teilen macht satt« wieder Hunderte Leserinnen und Leser bewogen, tatkräftige Solidarität zu üben und für die ausgewählten Projekte zu spenden , die in diesem Jahr alle in Afrika angesiedelt sind, zu spenden. Fast 72 000 Euro kamen bis Anfang dieser Woche zusammen.

Die Freude über die eingegangenen Spenden ist bei den Partnerorganisationen von Weltfriedensdienst, Inkota und SODI vor Ort ist groß. So schrieb Marianne Gysae-Edkins von der Organisation STEPS in Kapstadt: »Die Solidarität aus Deutschland verleiht uns Flügel. Ihre Spenden stärken uns den Rücken. Sie ermöglichen es uns, 2022 noch mehr jungen Menschen in einer der ärmsten Regionen der Erde eine Perspektive zu bieten. Ihnen allen herzlichen Dank dafür, dass Sie so engagiert zu mehr Gerechtigkeit beitragen!«

Eine Stimme für Benachteiligte

STEPS nutzt das Potenzial von Dokumentarfilmen, um gefährdeten und benachteiligten jungen Menschen im Südlichen Afrika eine Stimme zu geben. In den vergangenen 20 Jahren hat die Organisation mehr als 50 Dokumentarfilme produziert, die sich mit Fragen der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit in sieben Ländern des Südlichen Afrika befassen. Ob in den Townships in Südafrika oder in den Dörfern Simbabwes - STEPS und der Weltfriedensdienst haben in den vergangenen Jahren Zehntausende junge Menschen dabei unterstützt, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern und in einer gerechteren Welt zu leben.

Auch für den Solidaritätsdienst International ist die Soliaktion eine einzigartige Gelegenheit, um die Solidarität für Projekte mit lokalen Partnerorganisationen zu stärken. In diesem Jahr stand ein Friedensprojekt in der Region Süd-Kivu in der DR Kongo im Zentrum der Kampagne. Denn ohne Frieden gibt es keine Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung dort wie überall. Mit dem guten Spendenergebnis starten SODI und die Partner von der Organisation UGEAFI mit großer Motivation in das Jahr 2022. Bis 2024 sollen durch das Projekt mehr als 31 000 Menschen aus vier Gemeinden direkt von den Trainings zur Konfliktbewältigung, von den Friedenskomitees, aber auch von Saatgutverteilungen, landwirtschaftlichen Schulungen und der Gründung von kleinbäuerlichen Gruppen zur Selbstorganisation profitieren. Für 11 000 Personen und ihre Familien sollen mindestens zwei abwechslungsreiche und gesunde Mahlzeiten am Tag gesichert werden.

Einen Anfang machten die Verteilung von Saatgut und die gerechte Verpachtung von Ackerflächen. Die Ernten fielen 2021 so gut aus, dass durch die Überschüsse weiter Nahrungsmittel und Öl, aber auch Medizin, Kleidung und Haushaltswaren für einen besseren Lebensstandard durch die Familien gekauft werden konnten. Aber auch die Arbeit zu Konflikttransformation in der Region ist ein wichtiger Beitrag, um den Frieden in der Region zu sichern. Mit dem Aufbau von Friedenskomitees, Schulungen zur Konflikttransformation, aber auch gemeinsamen Aktivitäten der verschiedenen ethnischen Gruppen in den Gemeinden tritt Ugeafi für den Frieden ein. »Ich danke allen Spendern in Deutschland für ihre große Unterstützung, die es unserem Projekt ermöglicht, den sozialen Zusammenhalt zwischen den Gemeinden der Geflüchteten, Vertriebenen und lokalen Bevölkerung für eine harmonische und nachhaltige Entwicklung zu stärken«, schrieb Naum Butoto, Direktor von Ugeafi.

Perspektive für nächste Generationen

Auch Calisto Ribeiro, der Geschäftsführer der Inkota-Partnerorganisation Anam, ist beeindruckt, wie viel Geld die nd-Leserinnen und -Leser für die Unterstützung der Menschen in der Provinz Nampula gespendet haben. Er berichtete, dass in der Gemeinde Namicopa im Distrikt Malema bereits ein Bewässerungskanal angelegt werden konnte. Dieser Kanal versorgt die Felder über mehrere Kilometer mit Wasser aus einem nahe gelegenen Fluss. Dadurch kann auch in trockeneren Monaten Gemüse angebaut und geerntet werden.

Die Bauern und Bäuerinnen aus Namicopa sind dankbar für die großzügige Unterstützung aus Deutschland. Einer der Mitglieder der Bauernvereinigung von Namicopa, Mauricio Augusto, beschreibt, warum die Zusammenarbeit mit Anam und Inkota so wichtig für sie ist: »Zum einen können wir jetzt das ganze Jahr über Gemüse anbauen und verkaufen. Zum anderen haben wir mit Hilfe von Anam unser Land vermessen und einen Titel für unser Land bekommen. So etwas ist sehr teuer, und wir als Verein haben allein kein Geld dafür. Mit einem Landtitel haben wir nun die Garantie, dass das Land und das, was wir dort anbauen, uns gehört. Jetzt wird vieles leichter - der Zugang zu Krediten zum Beispiel oder der Abschluss von Verträgen mit Händlern. Das Wichtigste aber ist: Unsere Landrechte sind gesichert - auch für zukünftige Generationen.«

Sidonia Barrote, die bei Anam als Koordinatorin für das gemeinsame Projekt mit Inkota zuständig ist, pflichtet Mauricio Augusto bei: »Der Landtitel ist wichtig für die Gemeinde - gerade in Nampula, wo Investoren schon häufiger versucht haben, Gemeindeland auf unrechtmäßige Weise zu nutzen. Die Menschen aus Namicopa brauchen Sicherheit. Ein Landtitel ist eine wichtige Voraussetzung, um von Investoren nicht übers Ohr gehauen zu werden.«

Auch wir, das ganze nd-Team, danken Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für die großartige Beteiligung an der diesjährigen Aktion. Bereits mit überschaubaren Beträgen kann man sinnvolle Hilfe leisten, wie Sie dem Infokasten entnehmen können. Das Spendenkonto ist noch einige Zeit geöffnet, so dass das angestrebte Ziel von 80 000 durchaus noch erreicht werden kann. Und so kann ich Martin Ling nur beipflichten: »Die Projekte in Mosambik, der Demokratischen Republik Kongo und im Südlichen Afrika, die von den Organisationen Inkota, Solidaritätsdienst International und Weltfriedensdienst unterstützt werden, haben es verdient.«

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