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Nette Idee mit Haken
Warum Carsten Schneiders Vorschlag einer Grundrente sympathisch ist, aber auch Fragen aufwirft
Carsten Schneider wird noch von seinem sozialen Gewissen umgetrieben. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung schlägt ein sogenanntes Grunderbe für jeden jungen Erwachsenen vor, das durch eine höhere Erbschaftssteuer finanziert wird. So will der SPD-Politiker etwas gegen die wachsende Ungleichheit tun.
Das ist eine nette Idee, auch wenn sie so manchen Haken hat. Denn wären andere Maßnahmen nicht sinnvoller, als den Menschen einen letztlich überschaubaren Betrag zu geben? Eine bessere Bildung, die Aufstieg wieder möglich macht, eine Sozialisierung großer Wohnungsbaukonzerne, damit man nicht Angst vor Mietenexplosionen haben muss, oder ein Sozialstaat, der seinem Namen auch angemessen ist, wären da nur drei Ideen, die das Leben der meisten Menschen angenehmer machen würden.
Doch letztlich ist es mit diesen Ideen wie mit dem Grunderbe: Sie scheitern meist am Willen. So hat die FDP schon Einwände erhoben. Da fragt man sich, warum Schneider überhaupt auf die Grunderbe-Idee kam, wenn er eigentlich wissen müsste, dass daraus eh nichts wird.
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