Habeck fordert Sparsamkeit

Wirtschaftsminister stellt Arbeitsplan Energieeffizienz vor

Um mit dem Erfurter Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (r., Die Linke) und seinem Kabinett über Windenergieausbau und Förderung von Pumpspeicherkraftwerken zu sprechen, war Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag nach Schloss Ettersburg gekommen.
Um mit dem Erfurter Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (r., Die Linke) und seinem Kabinett über Windenergieausbau und Förderung von Pumpspeicherkraftwerken zu sprechen, war Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag nach Schloss Ettersburg gekommen.

Mit einem Arbeitsplan für Energieeffizienz will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und öffentliche Einrichtung beim Energiesparen unterstützen. Mehr Energieeinsparungen seien vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs »dringlicher denn je«, erklärte am Dienstag das Wirtschaftsministerium. Förderprogramme sollen dazu neu ausgerichtet und Beratungsangebote gestärkt werden. »Wer Energie spart, schützt das Klima, stärkt das Land und schont den Geldbeutel«, erklärte Habeck. Der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit von Russland sei weniger Energieverbrauch. Das helfe auch, »angesichts der horrenden Preise für die fossilen Energien den Kostendruck zu senken«. Gerade für Familien mit wenig Geld und für Unternehmen seien diese eine große Belastung.

Ab Juni will das Wirtschaftsministerium eine neue Energiesparkampagne starten. Bis 2030 soll der Endenergieverbrauch um 24 Prozent abgesenkt werden. In den vergangenen zehn Jahren sei gerade einmal eine Reduktion um zwei Prozent gelungen, sagte Habeck. Nötig seien »mehr Tempo und mehr Konsequenz«. Unternehmer und Verbraucher sollen sich deshalb künftig beraten lassen können, wie sie beispielsweise eine Solaranlage auf dem Dach installieren können oder mit welchen Alltagstipps sich Energie sparen lässt.

In der Industrie will das Wirtschaftsministerium der Nutzung von »grünem« Wasserstoff zum Durchbruch verhelfen. Strom, der nicht ins Netz aufgenommen werden kann, soll ohne Abgaben und Gebühren in Speichermedien genutzt werden können. Noch in diesem Jahr soll zudem eine Förderung erarbeitet werden, mit der höhere Kosten bei der Umstellung auf klimafreundliche Verfahren in der Grundstoffindustrie ausgeglichen werden sollen.

Ebenfalls noch in diesem Jahr soll es eine überarbeitete Förderung geben, um Anreize für die Nutzung industrieller Prozesswärme zu setzen. Kommunen und Stadtwerke sollen ihre Netze zur Wärmeversorgung schneller auf Erneuerbare umstellen.

Große Einsparpotenziale sieht das Ministerium im Gebäudebereich. Im zweiten Halbjahr soll das Gebäudeenergiegesetz novelliert werden, Solardächer sollen zum gesetzlichen Standard gemacht werden. Ebenfalls geplant sind strengere Maßnahmen für den Heizungstausch. Ab 2024 muss den Plänen zufolge jede neu eingebaute oder ausgetauschte Heizung mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Im Neubau wird ab dem kommenden Jahr der Effizienzhausstandard 55, ab 2025 der Standard EH 40 gelten. Forciert werden soll die Neuausrichtung der Bundesförderung für effiziente Gebäude, mit der etwa der Fenster- oder Heizungsaustausch gefördert wird. Laut Bundeswirtschaftsministerium hat sich die Nachfrage nach dieser Förderung im ersten Quartal des Jahres mit 121 000 Anträgen auf Beihilfen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Im Heizungsbereich will das Ministerium dem Handwerk Anreize für die Installation von Wärmepumpen bieten. Jährlich 500 000 Wärmepumpen sollen so ab 2024 zum Einsatz kommen.  AFP/nd

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