Europäische Außengrenze Niger

Bundeskanzler Scholz will afrikanisches Gas, aber keine Migranten

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), steht auf einem Wachturm der Bundeswehr am Stützpunkt in Tillia in Niger in Afrika.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), steht auf einem Wachturm der Bundeswehr am Stützpunkt in Tillia in Niger in Afrika.

Afrikanisches Gas ist willkommen, afrikanische Migranten nicht. Bundeskanzler Olaf Scholz’ Afrika-Reise nach Senegal, Niger und Südafrika hat vor allem zwei Ziele: Energie für die deutsche Wirtschaft und Abschottung vor afrikanischen Migranten.

In grenzenloser Blindheit gegenüber dem repressiven Putinschen System haben alle Bundesregierungen in den vergangenen 20 Jahren die Energieabhängigkeit von Russland forciert, weil es nirgendwo billiger Gas und Erdöl zu kriegen gab. Nun wird händeringend nach Alternativen gesucht, Senegal hat Gas, allerdings unerschlosssen. Schnell wird das nicht helfen.

Ähnlich kurzsichtig wie die Energiepolitik ist auch der Ansatz in der Migrationspolitik. Niger, das mit Agadez das Tor zur Sahara beherbergt, ist der Musterpartner der EU und wird als höchster Pro-Kopf-Hilfsempfänger zum Wächter einer De-facto-EU-Außengrenze gepäppelt. Die Ursachen, die die Menschen in die Flucht treiben, bleiben unangepackt: Krieg, Terror, Armut, Klimawandel, Epidemien … Die Rechnung für diese Migrationspolitik wird genau so kommen wie bei der Energiepolitik. Zahlen müssen sie die Afrikaner.

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