Privileg Spielplatz

Lisa Ecke zum Weltspieltag am 28. Mai

In ärmeren Stadtteilen gibt es kaum Platz zum Draußenspielen.
In ärmeren Stadtteilen gibt es kaum Platz zum Draußenspielen.

Freie Flächen, Sport- und Spielplätze sind elementar wichtig für Kinder und Jugendliche. Einerseits, um wenigstens etwas Natur erleben zu können. Aber natürlich auch andererseits als Treffpunkt mit Gleichaltrigen, zum Bewegen und Spaß haben. Bei den Diskussionen um fehlenden Wohnraum, bei Forderungen nach Verdichtung wird das allzu oft vergessen. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen ist der Meinung, dass Kinder und Jugendliche manchmal nicht draußen spielen können, weil es dafür nicht genug Möglichkeiten in ihren Wohnumgebungen gibt. So das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage anlässlich des Weltspieltags im Auftrag vom Deutschen Kinderhilfswerk.

Wer ländlich aufwächst, hat kaum Probleme mit zu wenig Natur und unbebauter Fläche. Auch Kinder und Jugendliche, deren Eltern ein Haus mit Garten besitzen, können immer draußen spielen. Doch selbst innerhalb von Großstädten gibt es Unterschiede. Eine Studie von 2021 kam zu dem Ergebnis, dass Kinder in den ärmsten Stadtteilen pro Person weniger Spielplatzfläche zur Verfügung haben als ihre Altersgenossen in den privilegiertesten Quartieren. Ausreichend Platz zum Spielen ist offenbar ein Vorrecht für Besserverdienende. Draußen spielen zu können, hängt vom Geldbeutel der Eltern ab. Das muss sich dringend ändern. In den ärmsten Stadtteilen ist der Platz innerhalb der Wohnung schon extrem begrenzt. Ein Mangel an Grünflächen und Spielplätzen kann Fachleuten zufolge sogar zu Entwicklungsverzögerungen führen. Um das zu verhindern, wäre ein bundesweites Spielplatzgesetz sinnvoll. Darin müsste festgelegt sein, dass ausreichend Flächen geschaffen werden müssen, wo sie derzeit fehlen. Zudem muss ein Verschlechterungsverbot her. Ausgleichsflächen im Naturschutz gibt es bereits, so etwas muss es auch für Spielplätze geben.

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