Capo der Capos

Die USA verlangen die Auslieferung des mexikanischen Drogenbosses Rafael Caro Quintero

Keine grauen Haare mit 69 wie sonst nur Gerhard Schröder: Auf diesem vom mexikanischen Marinesekretariat zur Verfügung gestellten Foto eskortieren Agenten den Drogenhändler Rafael Caro Quintero (M), der tief in den Bergen seines Heimatstaates festgenommen wurde.
Keine grauen Haare mit 69 wie sonst nur Gerhard Schröder: Auf diesem vom mexikanischen Marinesekretariat zur Verfügung gestellten Foto eskortieren Agenten den Drogenhändler Rafael Caro Quintero (M), der tief in den Bergen seines Heimatstaates festgenommen wurde.

Mord verjährt nicht. Schon gar nicht, wenn es sich beim Ermordeten um einen Agenten der US-Drogenbehörde DEA handelt: Enrique »Kiki« Camarena.

Angeordnet hatte 1985 den Mord Rafael Caro Quintero, der damals mächtigste aller Drogenbosse Mexikos, der »Capo de los Capos«. 20 Millionen Dollar Kopfgeld setzte das US-Außenministerium auf ihn aus, nachdem Caro Quintero 2013 untergetaucht war. Damals war er nach 28 von 40 Jahren Haft wegen angeblicher Verfahrensfehler freigekommen. Der Oberste Gerichtshof Mexikos hob diese Entscheidung auf, da war Caro Quintero aber bereits verschwunden.

Nach neun Jahren auf der Flucht wurde der 69-Jährige am Freitag mit Hilfe von DEA-Agenten und vor allem des Such- und Rettungshundes Max in seinem Versteck entdeckt, widerstandslos verhaftet und in ein mexikanisches Hochsicherheitsgefängnis verfrachtet. Die USA wünschen nun die Überstellung. Erst vergangenen Mittwoch hatte der mexikanische Präsident Andrés Manuel Lópze Obrador seinem US-amerikanischen Konterpart in Washington die Aufwartung gemacht, wobei der Anti-Drogen-Kampf sicher neben Migration eins der dringlicheren Themen gewesen sein dürfte.

Caro Quintero stammt wie viele Drogenbosse von ganz unten. Nach dem Tod seines Vaters begann er laut eigenen Angaben als 14-Jähriger mit dem Anbau von Marihuana, um seine Familie zu unterstützen. Sein Geschäft florierte prächtig, wegen seiner ausgefallenen Kleidung und seines prunkvollen Schmucks wurde er in seiner großen Zeit der späten 70er und frühen 80er Jahre »Prinz« genannt.

Auf seiner Ranch »El Buffalo« fand seinerzeit die größte Drogenbekämpfungsaktion in der Geschichte des Landes statt: Mehr als 10 000 Tonnen wurden vernichtet. Entdeckt hatte sie besagter Enrique »Kiki« Camarena. Es bedeutete sein Todesurteil. Nun steht die Frage Auslieferung für den Auftraggeber an.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal