Zartes Pflänzchen Vernunft

René Heilig zur Atomwaffen-Überprüfungskonferenz der Uno

Während er anlässlich der UN-Konferenz ein vernünftiges Angebot machte, demonstrierte US President Joe Biden wenig später mit seiner Mitteilung, der Al-Qaida Chef Ayman sl-Sawahiri sei in Kabul "erfolgreich" exekutiert worden, dass die Vereinigten Staaten auf internationales Recht pfeifen, wenn es um den "Krieg gegen den Terror" geht.
Während er anlässlich der UN-Konferenz ein vernünftiges Angebot machte, demonstrierte US President Joe Biden wenig später mit seiner Mitteilung, der Al-Qaida Chef Ayman sl-Sawahiri sei in Kabul "erfolgreich" exekutiert worden, dass die Vereinigten Staaten auf internationales Recht pfeifen, wenn es um den "Krieg gegen den Terror" geht.

Wir sind wieder da, wo wir im Kalten Krieg waren: »nur eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt« – so das bittere Fazit von UN-Generalsekretär Guterres auf der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag. Was nützt es da, wenn sich die deutsche Außenministerin für »konkrete Abrüstungsschritte« ausspricht, aber die eigene Beteiligung an der nuklearen Abschreckung der Nato für unabdingbar erklärt? Ihre Begründung, der »Einsatz für nukleare Nichtverbreitung und nukleare Abschreckung« seien »kein Widerspruch«, stand hundertfach im »ND« der 1970er Jahre. Bis grenzüberschreitend die Einsicht reifte: Das Teufelszeug muss weg! Von dieser banalen Erkenntnis sind wir heute weiter denn je entfernt.

Immerhin: Die Alternative eines globalen Untergangs vor Augen, zeigt sich zarte Vernunft. US-Präsident Biden kündigte seine Bereitschaft an, mit Russland über ein neues Rüstungskontrollsystem zu diskutieren, das den 2011 unterzeichneten Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen, START-III, ersetzen könnte. Wie schön wäre es, wenn der deutschen Außenamtschefin ein unterstützendes Statement dazu einfiele.

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